Sächsische Schweiz: Wandertipps

Der erste Wandervorschlag führt uns ins Polenztal. Dieses ist nicht nur ein wildromantisches Flusstal, hier finden wir auf rund 130.000 Quadratmetern Sachsens – wahrscheinlich sogar Deutschlands – größtes Vorkommen wild wachsender Märzenbecher. Wer zur Blüte in Richtung Bockmühle läuft, wird Scharen von Spaziergängern begegnen, die sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen wollen. Eine kurze Wanderung dazu habe ich bereits beschrieben. Ein Besuch des Tales lohnt sich aber auch nach der Märzenbecherblüte.

Polenztal - Märzenbecherblüte Polenztal - Märzenbecherblüte Polenztal - Märzenbecherblüte

Als Ausgangspunkt der kleinen Tour wählten wir den Ort Polenz. Mit dem Auto ist er von Stolpen oder Neustadt (Sachsen) aus, gut zu erreichen. Einen ausgeschilderten Parkplatz wird man allerdings vergeblich suchen. Hier ist etwas Fantasie gefragt, wenn man konform zur Straßenverkehrsordnung sein Gefährt abstellen will. Der Wanderweg ist mit einem roten Punkt gut markiert. Mit der Böhmwanderkarte Stolpen und das Stolpner Land, zwischen Wesenitz und Polenztal, 1:20.000 (ISBN 978-3-910181-14-4) in der Hand ist das Verlaufen praktisch unmöglich. Ohne größere Höhenunterschiede führt die Wanderung fast immer in unmittelbarer Flußnähe entlang der Polenz bis zur Bockmühle.


Polenztal Polenztal Polenztal 

In dieser oder der am Weg liegenden Knochenmühle kann man eine Rast einlegen. Wir entschieden uns für die Letztere. Fast hätten wir unverrichteter Dinge weiterlaufen müssen, denn ein Schild an der Tür wies uns darauf hin, dass ein Betreten der Gaststätte derzeit nicht erwünscht wäre, da die Gaststube voll sei. Ich wollte gerade das Schild fotografieren – so etwas hatte ich zuvor noch nie gesehen – als sich die Tür öffnete, das Schild entfernt wurde und wir eintreten durften.

Der Fairness halber sei jetzt erwähnt, dass die Speisen sehr wohlschmeckend waren und ich in den Genuss kam, das erste Lausitzer Hefeweizen (aus Löbau) zu trinken. Normalerweise bin ich kein „Hefeweizentrinker“, die Verkostung konnte ich mir aber dann doch nicht entgehen lassen. Das vegane Getränk wird von mir als gut taugender und recht wohlschmeckender Durststiller eingestuft. Wer von der Bockmühle aus nicht den gleichen Weg zurück nach Polenz nehmen möchte, kann einen der vielen Waldwege durch das Hohe Birkigt wählen. Unsere Wanderung kann man auf der Open Street Map Karte nachvollziehen (Komoot-Aufzeichung, Copyright also by Komoot und Open Street Map). Die Fotos entstanden am 23.03.2019, als die Märzenbecher noch in voller Blüte standen.

Copyright Open Street Map: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0 und Copyright Komoot GmbH

Copyright Open Street Map: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0 und Copyright Komoot GmbH

Bei der zweiten Frühjahrswanderung geht es in unmittelbarer Nähe zur ersten Tour zum Breiten Stein. Ausgangspunkt der Wanderung war der kleine Ort Dobra auf der Straße zwischen Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Am Ortsausgang (von Stolpen kommend) in Richtung Dürrröhrsdorf befindet sich ein kleiner Wanderparkplatz. Wenige Meter von diesem entfernt treffen wir auf den mit gelbem Punkt markierten Dürrröhrsdorfer Rundwanderweg. Auch hier gilt wieder: Mit der Böhmwanderkarte Stolpen und das Stolpner Land, zwischen Wesenitz und Polenztal, 1:20.000 (ISBN 978-3-910181-14-4) in der Hand ist das Verlaufen praktisch unmöglich. Nach etwa 10 bis 15 Minuten erreichen wir den Breiten Stein. Der kurze Aufstieg zum Gipfel ist relativ steil, die Aussicht nicht unbedingt berauschend. Es ist allerdings der höchste Punkt der Umgebung und eben der einzige, der überhaupt eine nennenswerte Aussicht bietet. Beliebt sind die stark zerklüfteten Sandsteinklippen offensichtlich bei Boulderern, wie ich auf einer Website nachlesen konnte.

Nach dem Abstieg führt der Weg gemütlich durch Wald und Feld. Uns erwarten keine spektakulären Landschaften und keine technisch schwierigen Kaxeleien. Dafür werden wir wahrscheinlich nur selten einmal auf einen Wanderer oder einen Mountainbiker treffen. Es geht immer „dem gelben Punkt nach“. Als Rast bietet sich der Untere Gasthof in Stürza an, der direkt am Rundweg liegt. Hier wurden wir sehr schmackhaft und preisgünstig bewirtet.

Copyright Open Street Map: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0 und Copyright Komoot GmbH

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Die dritte Wanderung habe ich schon relativ ausführlich in diesem Blogbeitrag beschrieben. Sie führte uns in die Poblätzschwände. Grund zum erneuten Besuch war ein Felssturz, von dem ich auf mehreren Websites Kenntnis bekommen hatte. Gemeinsam mit einigen IG Stiegen- und Wanderfreunden wollte ich die Sache einmal genauer betrachten. Hier ist wirklich eine ganze Menge Sandstein den Berg hinabgefallen.


Der Felssturz ereignete sich wohl im Dezember 2018, wie Rolf Böhm in einem Beitrag auf seiner Website ermittelte. Ein kleiner Hinweis für Besucher: Bitte unbedingt die Horstschutzeinschränkungen beachten! Ein Pfad in den Poblätzschwänden ist derzeit gesperrt, der Zugang zum Felssturz aber auf einem Kletterzugang möglich. Dieser ist dann wieder zurückzugehen.

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