Liegt nicht in Indien: Goa

Dieser Artikel sollte nie geschrieben werden. Bevor allerdings der Kommerz siegt und in einem im Oktober erscheinenden Buch ein Steig beschrieben wird, der fast drei Jahre nahezu unbekannt blieb, komme ich dem schnöden Mammon mit einem Gratisangebot zuvor. Ein Dummy von mir beim größten Suchmaschinendienst blieb bis vor wenigen Wochen der einzige wirkliche Treffer bei Eingabe des Namens. Damit ist es nun vorbei. Ich befürchte, dass die mit hohem Einsatz angelegte Steiganlage, die schon fast wie ein Klettersteig anmutet, nicht mehr sehr lange Bestand haben wird. Dabei gibt es in klassischer sächsischer Art keine Möglichkeiten, ein Klettersteigset einzuhängen. Die Rübezahlstiege lässt grüßen. Nicht umsonst führe ich sie hier an, denn es gibt auch auf dem nachfolgend beschriebenen Weg einen Höhlendurchschlupf, der mich immer wieder an die „Rübi“ erinnert.

Ein ganz schmaler Pfad windet sich am Felsen entlang, verliert sich fast und führt zu einer recht steilen Felsplatte, die wir ohne Steighilfen „auf Reibung“ erklimmen müssen. Einige scheinbar ausgeschlegelte Tritte zeugen davon, dass es hier vielleicht schon in früheren Zeiten einen Aufstieg gab.

Wir gelangen zu einem bearbeiteten Holzbalken, der den Zugang zu einem engen Spalt erleichtert. Zwei Hölzer sind eingelegt, auf denen es mit einiger Vorsicht gilt, die Engstelle zu überwinden.



Es bleibt sehr schmal. Zwei Leitern ragen steil empor. Bei der ersten Konstruktion handelt es sich um zwei mit Bauklammern zusammengehaltene Stämme. Schlanke Stiegenfreunde sind spätestens jetzt klar im Vorteil, um auf den ersten Absatz zu gelangen. Von einem größeren Rucksack sei dringen abgeraten. Jetzt folgt eine zweite Leiter, ebenfalls sehr steil. Der Kamin durch den wir steigen, wird etwas breiter. Nach dem Kaminausstieg können wir erstmals eine grandiose Aussicht genießen.

 

Ein mit Stufen versehener Holzbalken geht ansteigend durch eine Kerbe. Mittels kurzer Leiter überwinden wir eine Felsstufe und stehen vor einer meterhohen Felswand. Scheinbar geht es nicht mehr weiter. Geht es doch, nämlich durch die eingangs bereits erwähnte Höhle. Besser den Rucksack abnehmen und hineinsteigen. In der Höhle befindet sich ein Stiegenbuch. Letzte Woche konnte ich knapp einhundert Einträge zählen. Das ist nicht viel für mehr als 30 Monate „Lebenszeit“ der Anlage.


Stiegenbuch mit Notrufnummern für alle Fälle

Spektakulär verlassen wir die Höhle und befinden uns direkt auf einem kleinen Felskopf. Nichts für Leute mit Höhenangst (gilt aber für den gesamten Steig). Eine letzte frei stehende Leiter führt uns schließlich fast zum Gipfel und damit nochmals zu einer grandiosen Aussicht. Ohne weitere Steighilfen gelangen wir auf einen Felsen, der für mich zu den schönsten Wandergipfeln der Sächsischen Schweiz gehört.

Den Erbauern gilt an dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank.

Hier liegt Goa:

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4 Antworten auf Liegt nicht in Indien: Goa

  1. Ronny Lange sagt:

    Hey Andreas,

    warum denkst du, dass die Goa Stiege nicht mehr solange Bestand haben wird?

    liebe Grüße aus Dresden

    R.Lange

  2. Zwillingsstiege sagt:

    Das wird wohl an der “Baugenehmigung” liegen…

  3. Dirk sagt:

    Hallo, das ist mal eine schöne Beschreibung einer Stiege, die ich schon seit einiger Zeit suche. Könnte ich vllt noch einige Tipps bekommen, in welchem Bereich ich suchen müsste, um noch in den Genuss dieser schönen Anlage zu kommen? Gern auch per Mail. Vielen Dank schonmal.

  4. Aurel sagt:

    Klingt nach einer tollen Stiege! Aber der Kartenausschnitt — falls er nur als Veräppelung gedacht ist, bitte raus nehmen! Ich würde mich jedenfalls wie schon mein Vorkommentator sehr über Infos zum Auffinden freuen, ebenfalls gern per Mail… so muss ich nicht besagtes Buch kaufen und den Veröffentlicher unterstützen 😉

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