Zur Speisekammer und durch die Laufe in knapp fünf Minuten

 

 

Ein kurze Ergänzung zum Videoclip:
Wir bewegen uns hier zwar fast ausschließlich durch die Kernzone des Nationalparks Sächsische Schweiz, aber nur auf gestatteten Wegen. Auf dieser Karte kann man es sich anschauen (Quelle: Website der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz).

Und um der Diskussion vorzubeugen:
Durch solche Beiträge locken wir nicht tausende Touristen in die besonders zu schützenden Gebiete des Nationalparks. Diese Behauptung ist durch nichts zu belegen. Diskutiert haben wir dies mit vielen Mitgliedern der IG Stiegen- und Wanderfreunde auf einer Wanderung mit der Nationalparkverwaltung bereits im Jahr 2012. Trotz wiederholter Beiträge von mir über dieses Gebiet, zum Beispiel im Artikel “Völkerwanderung zum Brand“, trafen wir am 08.07.2018 bei herrlichem Wetter fast keine Menschen während unserer Tour. Ganz genau waren es acht Wanderer auf dem markierten Weg durch den Tiefen Grund und zwei Kletterer am August (Kletterfelsen). Der Berggasthof Brand – dort legten wir eine abschließende Rast ein – war allerdings recht gut besucht. Dem Wirt sei es gegönnt.

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Steiganlage – 1000 Jahre alt

Aufstieg zum Castello in Xunantunich (Belize) In den letzten dreißig Jahren gab es für mich immer wieder einmal das große „Wow-Erlebnis“, als wir mit dem Nachtzug durch die Slowakei fuhren und ich bei Tagesanbruch zum ersten Mal richtig hohe Berge sah, die Hohe Tatra, als wir den Geysir Strokkur auf Island ausbrechen sahen, oder die Lavaeruptionen auf dem Stromboli…

Heute ist wieder einmal ein solcher Tag. Unvermittelt ragt die als Castello bezeichnete, 40 Meter hohe Mayapyramide von Xunantunich aus dem Regenwald. Wir sind in Belize unterwegs, haben glücklicherweise die von amerikanischen Touristen überrannten Ruinen von Tulum (Mexiko) hinter uns gelassen und stehen jetzt hier, fast ganz allein.

das 40 Meter hohe Castello - Maya Pyramide in Xunantunich (Belize)

das 40 Meter hohe Castello – Maya Pyramide in Xunantunich (Belize)

Die Maya-Ruinen von Xunantunich liegen etwa 13 Kilometer südwestlich von San Ignacio in Belize auf einem kleinen Hochplateau über dem Mopan-Fluss. Über den Fluss müssen wir mit einer handbetriebenen Fähre übersetzen. Das geht alles ganz gemütlich und entspannt zu.

Nur wenige Touristen sind unterwegs. Die Ruinenstadt liegt etwa 1,5 Kilometer vom Fluss entfernt. Wer nicht laufen will, kann einen Shuttleservice nutzen, der auf der Schotterpiste den kurzen Hin- und Rückweg überbrückt. Das ist bei über 30 °C ganz angenehm.

Der Name Xunantunich bedeutet “steinerne Frau” und wurde der Ruinenstadt von den Archäologen gegeben. Der richtige Maya-Name ist ebenso unbekannt, wie es die Namen all der anderen ausgegrabenen Städte der Mayas in Mittelamerika sind. In Xunantunich gruppieren sich um sechs größere Plätze 25 Tempel und weitere Bauten, die meist zu religiösen Zwecken errichtet wurden. Überragt werden die bisher ausgegrabenen Anlagen vom Castello, einer Tempelanlage, die noch bis vor wenigen Jahren – vor der Entdeckung der Maya-Stätte Caracol – als höchstes Bauwerk Belizes galt. Weiterlesen

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Quackensturm – Teil 2

Hochsteinwarte - WanderbuchKurz nach unserem Besuch auf dem Döhlener Berg – siehe Blogartikel zuvor – konnte ich für „kleines Geld“ einen gebrauchten Kletter- und Boulderführer Ostsachsen (DIN A6, 648 Seiten, Hardcover, laminiert, komplett farbig, Auflage 2014, Verlag Jürgen Schmeißer) erstehen. Ursprünglich wollte ich mir hier nur die genauen Aufstiege und die Topos der Klippen auf dem Döhlener Berg anschauen, stieß aber unweigerlich auch auf die Beschreibung der Felsen auf dem Hochstein. Dieser liegt östlich des Czorneboh-Gipfels und ist von der Bergbaude aus gut zu Fuß zu erreichen.

Wir wollten auf einer Wanderung testen, ob man die Klippen von Döhlener Berg und Hochstein während einer Tour besteigen kann. Um es gleich vorweg zu nehmen, man kann. Allerdings wird die Wanderung recht lang, mit „Kletterrucksack“ unangenehm lang.
Wir werden also den Czorneboh bestimmt noch mindestens zu zwei Quackenklettereien besuchen. Aber hier zunächst ein kurzer Bericht über die Wanderung zum Hochstein.
Als Ausgangspunkt wählten wir den kleinen Ort Wuischke. Die Anfahrt gestaltete sich zunächst, wie im Beitrag zuvor beschrieben. Die letzte Etappe führt auf der Ortsverbindungsstraße über die Orte Döhlen, Rachlau und Meschwitz – Achtung: kein Wegweiser nach Wuischke – bis zum Endpunkt. Es geht hier wirklich nicht mehr weiter. Die Auffahrt Richtung Czorneboh ist gesperrt.

Wanderung – OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wanderung – OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wir stellen unser Auto am Ortsrand ab und laufen entsprechend der Wegweisung zum Czorneboh bergan. Es wird eine sehr ruhige Wanderung. Wir werden bis zum Hochstein keinem einzigen Wanderer begegnen.

Die Forststraße führt uns auf den Kamm des kleinen Gebirgszuges, der sich von West nach Ost in einer Höhe zwischen etwa 450 und 550 Meter vom Döhlener Berg bis zum Hochstein über etwa 7 Kilometer erstreckt.

WaldblickDer Weg zum Hochstein ist markiert und unschwer zu finden. Der durchgängig bewaldete Kamm bietet nur wenige Aussichtspunkte, an denen man nicht vorbeilaufen sollte.

Keine Aussicht hat der Wanderer allerdings von der Polenz-Kanzel. Diesen Abstecher kann man sich sparen.

Nach einer reichlichen Stunde erreichen wir die Gipfelklippen auf dem Hochstein. Die Felsen sind höher als die Granitklippen auf dem Döhlener Berg. Auf der Hochsteinwarte, die aus westlicher Richtung kommend, als erstes erreicht wird, befindet sich ein Wanderbuch. Mit leichter Kraxelei ist es zu erreichen. Zwei Höhenmeter darüber liegt der Gipfel der Hochsteinwarte (der mit I bewertete Kletterweg dahin heißt deshalb auch zutreffend „Wanderweg“).


Hochsteinwarte Hochsteinwarte - Aufstieg zum Wanderbuch Hochsteinwarte - Aufstieg zum Wanderbuch

Hochsteinwarte Eintrag ins Wanderbuch Blick von der Hochsteinwarte
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Quackensturm am Döhlener Berg

Döhlener SteinUm zu Ostern dem Touristenansturm auf die Sächsische Schweiz zu entgehen, wählten wir für unsere Wanderung ein Gebiet in der Oberlausitz, welches ich in diesem Blog überhaupt noch nicht beschrieben habe. Unser Ziel sollte der Czorneboh südlich der Kreisstadt Bautzen sein. Das eigentliche Ziel meiner Wünsche lag dabei etwas westlich, der reichlich 500 Meter hohe Döhlener Berg mit seinen Gipfelklippen aus Granit, die auch in mir vorliegenden älteren Ausgaben der „Kletterführer Zittauer Gebirge und Oberlausitz“ erwähnt werden. Allerdings werden die kleinen Felsen hier wirklich nur erwähnt. Bei meinen Recherchen im Internet fand ich kaum Informationen. Nur auf einer ganz versteckten Unterseite einer privaten Website gab es eine Übersichtsskizze. Leider fehlten hier jegliche Angaben zur Himmelsrichtung, was mir die Verortung der Gipfel erheblich erschwerte. Aber dazu später. Immerhin gibt es auf dieser Website eine Übersicht der Kletterwege und eine kurze Beschreibung in der von den Kletterführern der Sächsischen Schweiz gewohnten knappen Form.

Die Anfahrt zum Ausgangpunkt der Wanderung gestaltet sich für uns unproblematisch, der Weg ist sogar etwas kürzer als in die Sächsische Schweiz.

Anfahrt - OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Anfahrt – OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Es geht zunächst auf der Autobahn A4 bis nach Bautzen. Über die ausgeschilderte Umfahrung der Altstadt gelangen wir schnell auf die B96 Richtung Oppach. In Ebendörfel biegen wir links ab und erreichen kurz hinter dem Örtchen Mehltheuer die Verbindungsstraße nach Cunewalde und auf dieser einen Parkplatz unterhalb des Döhlener Berges.

Wanderung - OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wanderung – OpenStreet Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wir müssen zunächst etwa 200 Meter entlang der Straße bergan laufen, um zum Abzweig des markierten Wanderweges zu gelangen, der über den Kamm des Döhlener Berges zum Czorneboh führt. Die erste Ernüchterung folgt sofort. Wir sind jetzt auf dem mit blauem Punkt markierten „Wanderweg der deutschen Einheit“ , der von Görlitz nach Aachen führt. Nur ist dieser hier unpassierbar. Mit schwerer Forsttechnik wird Holz geerntet. Tiefe Schlammspuren der Fahrzeuge verhindern ein Fortkommen zu Fuß. Wir lassen uns jedoch nicht entmutigen und gehen neben dem Wanderweg durch den Wald. Das ist hier natürlich erlaubt, nur eben etwas beschwerlicher. Einige hundert Meter weiter verlässt der Wanderweg zu unserem Glück die Fahrspur der Erntemaschinen.


   
Jetzt wird es endlich die von uns ersehnte gemütliche Wanderung. Es geht recht steil bergan. Wir sind am Karfreitag völlig allein unterwegs. Der Gipfel des Döhlener Berges kommt langsam in Sicht. Also zu sehen gibt es hier kaum etwas – außer Wald. Mir war schon bekannt, dass es vom Gipfel des Döhlener Berges keine Aussicht geben wird. Durch den dichten Bewuchs schimmer aber die Granitklippen hindurch. Gut für uns, dass die Laubbäume noch keine Blätter tragen.

Gipfelklippen auf dem Döhlener BergEtwas ratlos schaue ich auf meine ausgedruckte Skizze der Felsen und Vergleiche diese mit der Natur. Die Anzahl der Felsen auf der Übersicht passen „irgendwie“ nicht mit den Gegebenheiten vor meinen Augen zusammen. Vielleicht sind wir auch noch nicht an der richtigen Stelle? Wir laufen noch ein Stück weiter Richtung Czorneboh, also nach Westen. Nach etwa 50 Metern steht wieder ein recht hoher Felsen direkt am Wegesrand. Aber scheinbar nur dieser eine. Wir gehen noch ein Stück weiter und sehen nur noch niedrige Granitblöcke, die sich höchstens zum Bouldern eignen könnten. Also wieder zurück? Nein, wir gehen weiter zum Czorneboh und hoffen zunächst, dass wir die im Wander- & Naturführer Lausitzer Bergland (Berg- & Naturverlag Rölke) genannten beiden Sehenswürdigkeiten finden: Das Waschbecken des Teufels und das Teufelsfenster. Nach einer Mittagsrast auf dem Czorneboh – vielleicht bekommen wir hier ohne Vorbestellung zum Karfreitag einen Platz im Berggasthof – werden wir auf dem gleichen Weg zurückkehren und den Gipfel des Döhlener Berges nochmals untersuchen.

In der Einsattelung zwischen dem Döhlener Berg und dem Czorneboh sehen wir einen Wegweiser und wenige Meter neben dem Wanderweg auch das ‚Waschbecken des Teufels‘. Bei diesem Gebilde soll es sich um ein slawisches Opferbecken handeln, was bisher aber nicht sicher nachgewiesen werden konnte (weitere Informationen: http://www.sachsen-lausitz.de/bergland/czorneboh.html).

Es geht nun wieder bergan Richtung Czorneboh-Gipfel. Bald treffen wir auf einen relativ unscheinbaren hölzernen Wegweiser zum Teufelsfenster. Nur wo geht es entlang? Die Herbst- und Winterstürme des vergangenen Jahres hinterließen auch am Czorneboh ihre Spuren. Überall liegen umgefallene Bäume kreuz und quer auf dem kaum zu erkennenden Pfad. Wir gehen trotzdem in die angegebene Richtung und gelangen tatsächlich bald zur etwa 10 Meter hohen Wand mit dem „Fenster“ .

Teufelsfenster Teufelsfenster Teufelsfenster Teufelsfenster

Jetzt ist es nicht mehr weit bisBerggasthof Czorneboh zum Gipfel des höchsten Punktes der Ausläufer des Lausitzer Berglandes (http://de.wikipedia.org/wiki/Czorneboh ). Wir erreichen unser Ziel ‚High Noon‘. Zu unserer Überraschung sinAussichtsturm Czornebohd nur wenige Mittagsgäste im Berggasthof. Direkt daneben gibt es sogar einen Imbiss mit Selbstbedienung. Ganz entspannt genießen wir die Mittagspause mit Soljanka, Landskron und Kaffee. Danach besteigen wir den Aussichtsturm auf dem Czorneboh – gratis, um eine Spende wird höflich gebeten.

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Saison verlängert

Skihang Altenberg

Meinen vorherigen Blogbeitrag hatte ich mit dem Satz beendet: Also bleibt der Winter vielleicht noch etwas und damit die Chance für eine Zugabe auf Skiern? Und tatsächlich kam es so.

Am Sonnabend (17.03.2018) hatte es im Dresdner Umland frisch geschneit – zwischen 6 und 8 Zentimeter. Da ein recht kräftiger Wind blies, konnte man die tatsächliche Schneehöhe objektiv kaum ermitteln. Immerhin war es die größte Schneemenge, die innerhalb eines Tages in diesem Winter bei uns im Flachland (bisher) anfiel. Der Blick auf die Webcam verriet mir, dass in Altenberg der Skilift in Betrieb war. Also dann nochmal los – am Sonntag, den 18.03.2018.

Früh am Morgen herrschte allerdings ein so starker Wind, dass ich mich bei den avisierten Temperaturen von -15°C nicht entschließen konnte, meine Ski einzuladen und loszufahren. Aber am Mittag sollte sich der Wind legen.

Als ich kurz vor 13.00 Uhr in Altenberg ankam, zeigte mein Autothermometer „nur“ noch -10°C an. Der Wind hatte sich tatsächlich gelegt. Der Parkplatz direkt am Skilift war gut gefüllt, ich fand aber noch einen Stellplatz.

Schlepplift am Skihang Altenberg

Die Schlange vor dem Schlepplift erschien mir akzeptabel, eine 4-Stunden-Karte ausreichend (Preis 13,00 Euro).

Und schon ging es los. Gemütlich mit dem Schlepper nach oben, noch gemütlicher zunächst bergab. Denn der Hang in Altenberg ist im oberen Teil sehr flach und die geringe Neuschneeauflage machte die Piste bei den sehr niedrigen Temperaturen stumpf. Im mittleren Teil des leider sehr kurzen Hanges wird es etwas steiler. Da kommt mehr Fahrspaß auf.

Skihang Altenberg
Skihang Altenberg

Am frühen Nachmittag kam – ob der vielen Pistenbesucher – der eisige Untergrund immer mehr zum Vorschein, weshalb ich meinen Skiausflug gegen 16.00 Uhr beendete. Spaß hat es mir trotz der empfindlichen Kälte bereitet und meine Skisaison verlängert.

Jetzt wird wohl der Winter endgültig den Rückzug antreten. Oder immer noch nicht? Der kalendarische Frühlingsanfang begrüßte mich am Dienstag mit -10°C.

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