Aussichtslos: Blick vom Skywalk

Falkenstein (links) und Schrammsteinkette

Zur Planung der nachfolgend beschriebenen kürzeren Rundwanderung in der Sächsischen Schweiz inspirierten mich zwei Bauwerke: der Aufzug in Bad Schandau und der – zwar noch nicht eröffnete, aber fast fertiggestellte – Skywalk in Ostrau.

Zunächst die Kurzbeschreibung der Wanderung:
Bad Schandau Aufzug (Rudolf-Sendig-Straße) – Fahrstuhlweg – Skywalk – Ostrauer Ring – Emmabankweg – Emmabank – Meergründel – Zahnsgrund – Schießgrund (Markierung grüner Punkt) – Falkenstein – Falkengründel – Wenzelweg – Steinbrecherweg (Markierung grüner Strich) – Liebenweg (Markierung roter Strich) – Falkensteinstraße (Markierung roter Strich) – Ostrauer Ring – Fahrstuhlweg – Abstieg Kirnitzschtal/Bad Schandau. Gesamtlänge der Wanderung: ca. 10,5 km, etwa 3,5 h Gehzeit.

Wir beginnen unsere Tour am Personenaufzug auf der Rudolf-Sendig-Straße in Bad Schandau. Einzige Parkmöglichkeit in der Nähe ist der Parkplatz der Toskana Therme. Dieser ist zwar auch für Wanderer nutzbar, allerdings zum Preis der Tageskarte von 10(!) Euro (2 Euro pro Stunde). Alternativ kann man mit dem ÖPNV anreisen oder sich einen Parkplatz weiter entfernt suchen.

Personenaufzug in Bad Schandau Personenaufzug in Bad Schandau Personenaufzug in Bad Schandau Blick vom Personenaufzug in Bad Schandau über die Stadt zum Lilienstein
Der historische Personenaufzug ist ein 50 Meter hoher, frei stehender Stahlturm vom Anfang des 20. Jahrhunderts und ähnelt sehr dem 152 m hohen Hammetschwandlift am Vierwaldstätter See bei Luzern in der Schweiz. Über eine Brücke ist der Fahrstuhl mit dem Hang und einem bequemen Aufstiegsweg nach Ostrau verbunden. Die Fahrpreise sind recht moderat, derzeit 1,80 Euro pro Erwachsener für eine Fahrt, 2,80 Euro für Hin- und Rückfahrt, Familienkarten und Ermäßigung erhältlich. Im Sommer fährt der Aufzug zwischen 9.00 Uhr und 20 Uhr, im Winter nur bis 17.00 Uhr. Wir zahlen also die einfache Auffahrt (zurück werden wir laufen) und kommen zum ersten Mal in unserer langjährigen Wanderzeit in der Sächsischen Schweiz in den Genuss der bequemen Beförderung. Anstehen müssen wir nicht, die Fahrzeit beträgt kaum eine Minute, schon stehen wir oben. Eine grandiose Aussicht über die Elbe bietet sich von der Plattform der Bergstation des Lifts. Wir haben auch das nötige Glück mit dem Wetter und eine klare und kilometerweite Fernsicht.

Über den Fahrstuhlweg erreichen wir mäßig ansteigend nach wenigen Minuten den Ostrauer Ring im Bad Schandauer Ortsteil und blicken sofort auf den neuen Skywalk. Oder stehen – besser gesagt – vor der Baustelle. Betreten darf man die Plattform noch nicht, ein Bauzaun hindert voreilige Gäste.

Mit eigenen Augen überzeugen wir uns davon, was in der großen bunten Zeitung mit den vielen Bildern ausgeführt wurde (Zitat): Bis Dezember soll die nagelneue, 2,5 Mio. Euro teure Kurpromenade (mit Spielplatz, Kneipp-Becken, Bänken, neuem Pflaster) im Ortsteil Ostrau fertiggestellt sein. Highlight: ein Skywalk für Hundertausende Euro mit Blick übers Elbtal. DOCH DIE AUSSICHTEN AUF EINEN TOLLEN BLICK STEHEN SCHLECHT. Wie BILD bei einer Vorort-Inspektion feststellte, blickt man von dem 10 Meter langen Betonvorsprung nur in den Wald. Auf der anderen Elbseite sind zwar der Papststein oder auch die Festung Königstein erkennbar. Aber die Elbe – das Muss fürs Sandstein-Panorama – bleibt hinter Baumwipfeln verborgen! Bürgermeister … erklärt betreten: „Die Baumfällarbeiten sind erstmal abgeschlossen. Es wurde weggenommen, was behördlich erlaubt ist. Bei den Visualisierungen vor Jahren waren die Bäume noch rund 3 Meter niedriger.“ (Zitatende)

Skywalk in Ostrau Skywalk in Ostrau Skywalk in Ostrau Schrammsteinblick vom Ostrauer Ring aus

Am 25.09.2018 hatte die Sächsische Zeitung unter dem Titel „Skywalk ist halb fertig“ berichtet (Zitat): Am Ostrauer Ring in Bad Schandau entsteht ein Steg, der zehn Meter ins Elbtal ragt. Bald schon soll man ihn betreten können… Der Ausbau des Ostrauer Rings zur Kurpromenade geht planmäßig voran. Dazu gehört auch der Aussichtspunkt. Die Stahlbetonkonstruktion ragt etwa zehn Meter ins Elbtal hinein. Das Geländer rechts ist bereits installiert. Links wird auf den Stahlbetonträger eine Brüstung aus Glas gebaut. So sollen auch kleine Besucher eine gute Aussicht bekommen, heißt es aus der Schandauer Stadtverwaltung. Viel ist allerdings noch nicht zu sehen, weil Bäume die Weitsicht versperren. Das soll sich aber auch noch ändern. Nach dem Freischneiden soll man bis zum Lilienstein gucken können. (Zitatende) Weiterlesen

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Begangsteig zum Brand

Blick vom Begangsteig ins Polenztal

Blick vom Begangsteig ins Polenztal

Als der Endlossommer des Jahres 2018 in den Herbst überging und sich die Blätter langsam färbten, wollten wir eine kürzere Wanderung – dem zur Verfügung stehenden Tageslicht angepasst – in das Brandgebiet unternehmen. Es liegt schon einige Jahre zurück, dass wir den zahlreichen Kletterfelsen auf dem meist sehr einsamen Begangsteig einen Besuch abstatteten. Besagter Steig ist mit dem Kletterzugangszeichen markiert und wird meist auch nur von Kletterern genutzt. Etwas Trittsicherheit und an wenigen ausgesetzten Stellen Schwindelfreiheit ist also von Vorteil, wenn man diese Tour selbst einmal unternehmen möchte.

Zunächst die Kurzbeschreibung der Wanderung:
Startpunkt: letzter Parkplatz in Hohnstein vor der Brandstraße (kostenpflichtig) am ehemaligen Bahnhof – Brandstraße – Steinbruchweg – Wanderweg Markierung grüner Strich – Begangsteig – Neuweg (Markierung roter Strich) – Niederer Saugrund – Glatter Stein Weg – Brandstraße – Brand – Brandstraße zurück bis Hohnstein (Parkplatz).
Gesamtlänge der Wanderung: knapp 12 km, etwa 3,5 h reine Gehzeit

Der Wegverlauf ab Steinbruchweg bis zur Brandstraße vor der Brandbaude ist auf der nachfolgenden OSM-Karte eingezeichnet.

Open Street Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Open Street Map Kartenausschnitt – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wir beginnen also unsere Tour in Hohnstein, laufen zunächst einige Meter auf der Straße Richtung Brand und biegen nach rechts in den Steinbruchweg ab. Damit verabschieden wir uns bereits hier von den meisten Touristen, die auf kürzestem Weg die weniger als drei Kilometer entfernte Brandaussicht mit der Gaststätte besuchen wollen. Auf einem breiten Waldweg passieren wir eine Hütte, die früher einmal Köhlern diente (Erklärungstafel). Bald treffen wir auf den mit grünem Strich markierten Wanderweg, dem wir in westlicher Richtung (also nach rechts abbiegen) folgen.
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Gute Aussichten (5)

Blick vom Kleinhennersdorfer Stein

Vor fast sechs Jahren hatte ich in einer kleinen Serie über Aussichtspunkte in der Sächsischen Schweiz berichtet, die fernab der Touristenströme liegen.

Gute Aussichten (1)Gute Aussichten (2)Gute Aussichten (3)Gute Aussichten (4)

Jetzt möchte ich die Artikel mit einer Aussicht ergänzen, die ich bisher selbst noch nicht kannte. Nach einem kurzen Klettertag sprachen wir darüber, was wir denn noch unternehmen könnten. Wir standen am Räuberhöhlenturm und mein Kletterpartner fragte mich, ob ich denn die herrliche Aussicht auf dem Kleinhennersdorfer Stein kennen würde, eine „180-Grad-Aussicht“!

Kannte ich nicht. Ohnehin wird der Kleinhennersdorfer Stein mit seinem bewaldeten und zerklüfteten Gipfelplateau nicht unbedingt als Aussichtsberg beschrieben.

Bei Wikipedia lesen wir zum Beispiel (Zitat):
Aussicht
Aufgrund der geringen Höhe, der starken Bewaldung und der bereits stark fortgeschrittenen Erosion und Zergliederung des Gipfelplateaus bietet der Kleinhennersdorfer Stein im Gegensatz zu den benachbarten Steinen keine umfassende Aussicht. (Zitatende)

Stimmt nicht, wie wir noch sehen werden.


Der absolute Kenner des Gebirges, der Ersteller der bekannten Detailkarten im Maßstab 1:10.000, Dr. Rolf Böhm schreibt auf seiner Website (Zitat):
Wanderkarte Tafelberge - BöhmwanderkartenKleinhennersdorfer Stein
Der einsame Tafelberg
Der Kleinhennersdorfer Stein ist mein Lieblings-Tafelberg. Vielleicht auch, weil er nicht ganz so bekannt ist … Der Kleinhennersdorfer Stein gilt als Tafelbergruine von nur mäßiger Höhe…. Aussichten muss man etwas suchen, aber mit dem schönen Wald-Vordergrund sind sie dann umso reizvoller. Blick zum Rosenberg … (mit Foto) (Zitatende)

Das stimmt, aber einen Hinweis auf die wirklich grandiose Aussicht – siehe weiter unten – fehlt.
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So etwas wie Klettern

Döhlener Stein – AW II

In meinem Blogbeitrag vom 02.04.2018 unter dem Titel Quackensturm am Döhlener Berg hatte ich über meine ersten Erfahrungen mit den kleinen Granitfelsen berichtet, die mir so verlockend für Kletterversuche erschienen. Und mit meinen Schwierigkeiten der Zuordnung der Felsen zu einer mir vorliegenden Skizze. Vier Monate später stehen wir wieder hier. Jetzt allerdings mit dem Buch ‘Kletter- und Boulderführer Ostsachsen’ (DIN A6, 648 Seiten, Hardcover, laminiert, komplett farbig, Auflage 2014, Verlag Jürgen Schmeißer) in der Hand. Zunächst muss ich feststellen, dass einige Bilder in meinem Bericht vom April falsche Unterschriften tragen, das heißt, so ganz richtig konnte ich die Felsen nicht der Skizze zuordnen. Die fehlerhaften Bildbeschreibungen sind zwischenzeitlich geändert. Jetzt ist alles korrekt.

Doch nun zum eigentlichen Anliegen unseres zweiten Besuchs: Wir wollen möglichst viele der als Kletterfelsen ausgewiesenen Granitklippen besteigen, dazu zunächst die einfachsten Wege wählen. Ich beginne solo am Hromadnik über den AW II. Bis zum Gipfelaufbau ist der Weg eher als I zu betrachten, die letzten beiden Klettermeter sind etwas anspruchsvoller, würden sich aber über einen unterhalb des Gipfels stehenden Baum absichern lassen. Besonders das Abklettern vom Gipfelplateau ist mit der nötigen Vorsicht zu bewerkstelligen, eine Abseilöse gibt es nicht und gute Griffe sind rar. Hinzu kommt, dass die meisten Gipfel mit einer mehr oder weniger kompakten Moosschicht bedeckt sind, da alle von umstehenden Bäumen überragt werden. Auf dem Hromadnik finde ich das einzige Gipfelbuch des Döhlener Berges. Viele Besteigungen gab es in letzter Zeit nicht, wie man auf dem Foto erkennen kann.

Hromadnik Hromadnik - AW II Hromadnik - AW II Hromadnik - Gipfelbuch

Nächstes Ziel soll der Döhlener Stein sein. In der Talseite befindet sich der AW II, ein an sich sehr schöner und nicht zu kurzer Kletterweg. Leider sind die unteren Tritte völlig mit Moos bedeckt. Da wäre eine Bürste angebracht. Ungesichert will ich den Aufstieg nicht riskieren, wir nutzen deshalb den Uralten Weg I auf der Bergseite. Mit Klettern hat dieser Weg allerdings nicht viel zu tun. Für geübte Wanderer also kein Problem.

Döhlener Stein AW II Döhlener Stein - Uralter Weg I Döhlener Stein - Uralter Weg I Döhlener Stein - Uralter Weg I

Weiter geht es zur Priesterkanzel. Die hatte ich bei unserem ersten Besuch übersehen bzw. falsch zugeordnet. Der AW I lässt sich sehr gut klettern, ist nur leider sehr kurz. Eben eine typische Quacke. Immerhin sauber und moosfrei.

Priesterkanzel Priesterkanzel - AW I Priesterkanzel - AW I Priesterkanzel

Vierter Gipfel soll der Bewachsene Stein werden. Den Aufstieg I (zwei Bilder unter dem nächsten Absatz) bin ich schon am 2. April gegangen. Dieses Mal nehme ich den Leichten Weg II. Der ist zwar kürzer, hat aber immerhin ein paar (wenige) Kletterzüge. Zum Abklettern nehmen wir den Aufstieg I.

Jetzt geht es zum vielleicht lohnendsten der leichten Wege an den Jaroxit (Gespaltener Stein). Der Südkamin II ist schon ein richtiger Kletterweg, wenn auch nicht allzu lang. Auf dem Gipfel befinde ich mich dann wieder im Moosbelag, was in Kletterschuhen nicht besonders angenehm ist. Also mit der nötigen Vorsicht wieder zum Kamin zurück und diesen dann abgeklettert.

Bewachsener Stein - Aufstieg I Bewachsener Stein - Aufstieg I Jaroxit - Südkamin II Jaroxit - Südkamin II

Svantevit (Zwerg) - AW IIBleibt zum Schluss noch der Svantevit (Zwerg) übrig. Der ist kaum fünf Meter hoch. Der Zwerg erwies sich für mich als ‚Giftzwerg‘. Der Aufstieg über den AW II ist kurz und nicht schwierig, nur den ungesicherten Abstieg vom Gipfel wollte ich mir nicht zutrauen. Trotz eingehender Besichtigung finde ich keine geeignete Sicherungsmöglichkeit. Das heben ich mir also auf, vielleicht für nächstes Jahr und mit einem Sicherungspartner?

Nach dem Quackensturm wanderten wir ‚natürlich‘ noch bis zum Czorneboh-Gipfel und legten eine etwas späte Mittagsrast im Berggasthof ein (sehr zu empfehlen). Den Weg vom Parkplatz über den Döhlener Berg auf den Czorneboh und wieder zurück zum Ausgangspunkt hatte ich im bereits mehrfach genannten Blogbeitrag vom 2. April ausführlich beschrieben. Das erste (beim Rückweg dann natürlich letzte) Wegstück, was im April noch fast unbegehbar erschien (tiefe und schlammige Spuren der Forstfahrzeuge), ist jetzt wieder passierbar. Der Forst hat also gute Aufräumungsarbeit geleistet.

Fazit: Eine weite Anreise lohnt sich für Kletterer nicht. Eine schöne Wanderung mit kleinen Klettereinlagen (einige eignen sich auch für geübte Wanderer) ist es auf jeden Fall, wenn man bis zum Czorneboh weitergeht und die Teufelsmauer unterwegs besichtigt.

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Sächsische Schweiz: Betretungsverbot!

Copyright https://www.123gif.deUpdate 30.08.2018: Das Betretungsverbot wurde aufgehoben. Quelle: https://www.landratsamt-pirna.de/46011.htm

In einer am 20.07.2018 erlassenen „Allgemeinverfügung des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“ wird der Wald im gesamten Gebiet der Nationalparkregion Sächsische Schweiz in der Zeit zwischen 21.00 Uhr und 6.00 Uhr gesperrt. Damit ist nicht nur der Nationalpark gemeint sondern auch das Landschaftsschutzgebiet (links- und rechtselbisch). Boofen verboten!

Von 06:00 Uhr bis 21:00 Uhr ist das Verlassen der Waldwege untersagt. Die Allgemeinverfügung gilt bis zur Aufhebung der Waldbrandstufen 3 und 4.

Wenige Ausnahmeregelungen sind in der Verordnung nachzulesen, deren kompletter Wortlaut auf der Website der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz veröffentlicht ist.

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