Kommärz(enbecher)

Märzenbecher in voller BlüteDie Blüte der Frühlingsknotenblume (Leucojum vernum), auch Märzenbecher, Märzbecher, Märzglöckchen oder Großes Schneeglöckchen genannt, lockt jedes Jahr im März Scharen von Wanderern und Naturfreunden in das obere Polenztal. Besonders an den Märzenbecherwiesen in unmittelbarer Nähe der Bockmühle (gehört zum Ortsteil Cunnersdorf, Gemeinde Hohnstein) ist die Blütenpracht zu bewundern. Nachdem das Wochenende Mitte März völlig verregnet war, wollten wir das Naturschauspiel am vergangenen Sonntag bewundern.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl ob der zu erwartenden Menschenmengen starteten wir am Sonntag nach dem Mittag in Richtung Stolpen. Zwei große Parkplätze zu beiden Seiten der Bockmühle sollen die Autos am Hinabfahren ins Polenztal hindern. Wir stellen unser Auto also nördlich der Mühle auf der eigens dafür vorgesehenen und gut gefüllten Parkfläche auf einer Wiese ab, zahlen den moderaten Preis von einem Euro als Gebühr und laufen ins Tal. Zu sehen ist zunächst noch nichts, nur zu hören. Der Gesang deutscher Schlagerbarden vermittelt so etwas wie Jahrmarkstimmung. Als erstes bekommen wir dann auch die bunte Hüpfburg neben der Bockmühle zu Gesicht. Eine lange Schlange wartet am Ausschank des Freisitzes auf Trink- oder Essbares. Schnell weiter.

Nach dem Studium der Hinweistafel, das ich hiermit ausdrücklich empfehle, stehen wir bereits an der ersten Märzenbecherwiese. Das hier angebrachte Schild mit dem Betretungsverbot stört mich nicht. Immerhin scheinen es auch alle der uns begegnenden Naturwanderfreunde zu beachten. Es werden hunderte Märzenbecherfreunde, die uns in den nächsten Minuten begegnen. In der Nähe der Polenz führt der Wanderweg so nahe an die Wiesen heran, dass man auch mal ein paar Makroaufnahmen machen kann, ohne auf die Wiese zu laufen.

  

Den Wanderweg kann man stellenweise nicht als solchen bezeichnen. Es geht mehrmals durch tiefen Morast. Gut beraten sind diejenigen, die ihre Wanderschuhe angezogen haben. Die Wegstrecke neben den Märzenbecherwiesen ist nicht allzu lang. Wir verlassen das Polenztal bald wieder und folgen dem ‚Märzenbecherrundweg‘, der uns zur Bockmühle zurückbringt. Die Warteschlange ist nicht kürzer geworden, den deutschen Schlagerbarden hat die Stimme auch noch nicht versagt, also laufen wir gleich weiter zu unserem Parkplatz.

Fazit:
Sehenswert ist die Blütenpracht der Frühlingsknotenblume im oberen Polenztal auf jeden Fall. Wer die Möglichkeit hat, sollte die kleine Wanderung besser auf einen Wochentag legen oder es vielleicht am frühen Vormittag am Wochenende versuchen. Andernfalls verbringt man die Stunde in der Natur umringt von mehreren hundert Menschen, so wie es uns erging. So etwas nennen wir „Basteifeeling“.

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