‚Völkerwanderung‘ zum Brand?

Brand - Galerie

Brand – Galerie

Am 3. Oktober war es wieder einmal soweit in der Sächsischen Schweiz: Feiertag, schönes Herbstwetter mit erster Laubfärbung – und hunderte Wanderer auf dem Weg zur Brandbaude. Oder waren es vielleicht sogar noch mehr? Gezählt haben wir sie nicht, sind ihnen auch aus dem Weg gegangen. Das ist aber nicht so einfach, wenn man die Aussicht vom Brand genießen will. Wie gelangt man dahin? Die meisten Leute erreichen die Brandbaude auf genau zwei Wegen: von Hohnstein aus auf der Brandstraße, die ihrem Namen alle Ehre macht und ab und an auch tatsächlich von Autos befahren wird (Gäste, Betreiber der Brandbaude und andere?) und vom Polenztal aus durch den Schulzengrund.

Der Aufstieg aus dem Tiefen Grund über die Brandstufen oder den Forstgraben ist nur bedingt empfehlenswert, da man eine erhebliche Strecke auf der schmalen und recht viel befahrenen Straße durch den Tiefen Grund laufen muss. Zwar parken an den Brandstufen meist 5 oder 6 Autos, aber mehr passen da nicht hin. Der Platz ist normalerweise auch für die Bushaltestelle vorgesehen. An der Straße gibt es noch die eine oder andere „Parkbucht“, die zumindest von den Autofahrern als solche angesehen wird. Eine Alternativ ist sicher der schon genannte Bus, wenn man diesen denn bequem erreichen kann. Für uns ist das keine geeignete Möglichkeit, die Anreisezeit würde sich wahrscheinlich mindestens verdoppeln.

Wir suchten – und fanden – deshalb unsere alternative Variante (fast) völlig ohne Mitwanderer. Ganz einfach ist der Weg nicht, nicht zu laufen und nicht zu finden. Genau beschreiben werde ich ihn an dieser Stelle auch nicht. Sonst sind hier viel zu viele Leute unterwegs.

Das verträgt dieser Weg aber nicht. Trotzdem eine Kurzbeschreibung der Wanderung und Bilder einer tollen Felsenlandschaft. Wir starten am kostenlosen Parkplatz in Waitzdorf. Rechtzeitiges Kommen sichert den Platz. 9:00 Uhr stehen hier nur vier Autos.

Speisekammer-Stiege

Speisekammer-Stiege – Galerie

Der mit rotem Strich markierte Dorfgrund bringt uns auf steilem Stufenweg in wenigen Minuten zur Straße durch den Tiefen Grund.

Einige Meter auf der Straße bergan, dann beginnt unser Weg durch die Speisekammer. Eine erste Steilstufe ist mit Klammern versehen, dann geht es tief hinein in die Felsenwelt bis zu jenem nur mit einer Stahlkette zu überwindenden Aufstieg.

Dastellochturm

Dastellochturm – Galerie

Um eine richtig schöne Aussicht zu genießen besteigen wir den Dastellochturm. Es ist zwar ein offizieller Kletterweg, aber vielleicht die einfachste Eins (I), die es in der Sächsischen Schweiz gibt. Die ‚Laufe‘ ist mehr ein enger und steiler Wanderpfad zum Gipfel mit zwei oder drei Griffen in den Fels, wenn man sich ins Gipfelbuch eintragen möchte. Die Aussicht ist an diesem Tag grandios.

Der Austritt auf die Brandstraße danach ist dann wie ein Kulturschock. An der Aussicht drängt sich Mensch an Tourist und Wanderer samt Hund. Also keine Aussicht von hier genießen? Doch es gibt ja noch eine Alternative: die Aussicht vom ‚Glatten Stein‘.

Glatter-Stein-Weg

Glatter-Stein-Weg – Galerie

Der Glatte-Stein-Weg ist auf guten Wanderkarten verzeichnet, auch einigermaßen leicht zu finden. Die Aussicht kann zwar mit der vom Brand nicht ganz mithalten, dafür waren wir aber völlig allein. Zurück wieder zum Brand? Muss nicht sein. Ein kleines Stück zurück und dann das ganze Felsriff auf einem schmalen Weg in halber Höhe umrundet, an einigen Kletterfelsen wie dem Verlassenen Turm vorbei und schließlich auf den Neuweg gelangend (direkt am leider gesperrten Mittleren Saugrund). Über den oberen Teil des Neuwegs gelangen wir nun zur Brandstraße, gehen nur einige Meter Richtung Brandbaude und biegen in den Forstgraben ein. Hier wird es sofort wieder ruhig. Leider müssen wir nun im Tiefen Grund einige hundert Meter an der Straße laufen, denn der dem Forstgraben gegenüberliegende Eulengrund-Weg ist leider gesperrt. Weshalb eigentlich? Nicht nachvollziehbar. Wir müssen uns also vor den Autos in Deckung begeben, erreichen schließlich den Dorfgrund wieder und steigen nach Waitzdorf auf. Der Parkplatz ist jetzt sehr gut gefüllt. Das stört uns nicht mehr…

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Eine Antwort auf ‚Völkerwanderung‘ zum Brand?

  1. Pingback: Zur Speisekammer und durch die Laufe in knapp fünf Minuten | Ruebezahlstiege.de – der Stiegenblog

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