Sächsische Schweiz: Stiegen-Sanierung gelungen?

Rübezahlstiege

‘Anklettern’ an der Rübezahlstiege

Wochen nach der Fertigstellung der Bauarbeiten an Rübezahl- und Rotkehlchenstiege wollten wir nun endlich das Ergebnis selbst in Augenschein nehmen. Die Besichtigung beider Stiegen lässt sich gut in eine kleine Wanderung einbinden. Klein war diese allerdings nur von der Gesamtstrecke her, nicht vom Anspruch. Wer die Tour einmal selbst gehen möchte, sollte sich darüber klar sein, dass auf einigen Abschnitten Trittfestigkeit und Schwindelfreiheit erforderlich sind, wenn die Wanderung zum Genuss werden soll.

Rundwanderung vom Parkplatz in Schmilka (kurz vor Grenzübergang) :
Wanderweg gelber Strich in den Heringsgrund – Rübezahlstiege – Reitsteig bis Heilige Stiege – Oberer Terrassenweg bis Rotkehlchenstiege – Abstieg Rotkehlchenstiege – Elbleitenweg bis Abzweig Aussicht Kleine Bastei – Markierung grüner Strich zum AP Kleine Bastei – Kahntilke – Schmilka. Länge: ca 11 km, Zeitbedarf: ca. 4 h mit Aussicht genießen und kleiner Pause.

Rübezahlstiege

Bildergalerie Rübezahlstiege

Wir stehen am Fuß der Rübezahlstiege. Was fällt uns auf? Die Reste der alten Eisen im unteren Teil wurden entfernt. Hell leuchtet die erste Stahlklammer etwa drei Meter über uns an der Stelle, an der sich schon das alte Eisen befand. Also sind die ersten Meter immer noch frei zu klettern. Das ist gut so. Wer sich dies nicht zutraut, der möge umkehren. In der steile Rinne die es nach den ersten Metern zu bewältigen gilt, sind die neuen Klammern gut gesetzt. Der alte rostige und schaftkantige Stahl, der noch vor wenigen Monaten eine wirkliche Verletzungsgefahr darstellte, wurde durch eine Stahlklammer ersetzt. Bis zur Höhle kommen wir also in gewohnter Art uns Weise vorwärts. Wie bekannt, befindet sich nun in der Höhle eine zusätzlich Klammer, die „ganz früher“ schon einmal vorhanden war und später der „Säge“ zum Opfer fiel. Der Höhlendurchstieg ist jetzt sehr viel einfacher. Schade eigentlich. Das Argument vieler, die sagen, „dass hier Leute sonst umkehren würden und der Abstieg wäre ja so gefährlich“, teile ich nicht. Wer bis hierher kam, schaffte auch den Höhlendurchgang und downhill geht die „Rübi“ auch. Aber mit dieser Meinung stehe ich wahrscheinlich fast allein da im Kreis der Stiegenfreunde.

Nach der Höhle wurde ein langer Bügel gesetzt. An der falschen Stelle. Etwas weiter unten wäre hilfreicher gewesen. Hier hat man den Aufstieg eher erschwert. Am Ausstieg des Steilstücks wurden wie am Einstieg die Reste der ehemaligen Eisen entfernt. Gut so. Das erfordert nun etwas mehr Geschick.

Rotkehlchenstiege

Galerie: zur Rotkehlchenstiege

Der weitere Weg führt uns – wie oben kurz erwähnt – zur Rotkehlchenstiege. Hier wurden im oberen Teil einige Holzstufen durch Recycling-Kunststoff ersetzt. Ein Aufschrei ging damals durch das Forum der IG Stiegen- und Wanderfreunde. Persönlich betrachtete ich die Sache zunächst emotionslos. Wenn es gut gemacht ist und sich in die Natur einpasst, ist es vielleicht einen Versuch wert. Allerdings muss der Wegebau dann auch sachgemäß erfolgen. Die schweren Gewitter der letzten Tage haben aber genau in dem Teil, in dem die Stufen erneuert wurden, schwere Schäden hinterlassen. Das betrifft aber nicht die Kunststoffteile sondern die offensichtlich nicht sachgemäße Verfüllung. Jedenfalls stellen die Stufen derzeit eine erhebliche Gefahrenquelle dar, wie in den Bildern zu sehen ist.

Unsere Wanderung insgesamt war aber ein schönes Erlebnis. Die Aussicht von der Kleinen Bastei sollte sich keiner entgehen lassen, der über die Kahntilke nach Bad Schandau absteigt.

Fazit: Obwohl mir der marode Charme der alten Rübezahlstiege lieber war, wurde die Sanierung sinnvoll durchgeführt, auch wenn mir das zusätzliche Eisen in der Höhle überhaupt nicht gefällt. Die Erneuerung der Stufen an der Rotkehlchenstiege bedarf dringend einer Nachbesserung.

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11 Antworten auf Sächsische Schweiz: Stiegen-Sanierung gelungen?

  1. Pingback: Videoclip zur Wanderung | Der Stiegenblog – Ruebezahlstiege.de

  2. Beate Geyer sagt:

    Hallo, ich glaube beim Durchstöbern deiner Seite einen Fehler in der Beschreibung der Rundwanderung entdeckt zu haben: Du schreibst von in Augenscheinnahme der Rübezahl- und Rotkehlchenstiege, im Text schreibst du aber nur von Rübezahlstiege. Ich denke, es muss in der Mitte “Oberer Terrassenweg bis ROTKEHLCHENSTIEGE – Abstieg ROTKEHLCHENSTIEGE” heißen. Sonst macht für mich die beschriebene Wanderung keinen Sinn.

    Liebe Grüße, Beate

  3. Alpina sagt:

    Wir sind jetzt an Ostern zum 1. Mal in der Sächsischen Schweiz zum wandern gewesen und da es sich um einen spontanen Plan handelte haben wir hier Ihre Bescheibungen heruntergeladen, sowie im Touristenbüro in Schandau noch eine Wanderkarte besorgt. Wir mussten feststellen, dass Ihre Wegebeschreibung an vielen Stellen sehr ungenau ist und mussten uns ca. 2/3 des Weges z.B. zum Frienstein mit durchfragen erschließen, da es einem passiert, dass insbesondere an Wegeabzweigungen und auch sonst keinerlei Wegebeschriftung verfügbar ist! Da wir die Wanderung nach Ihrer Beschreibung begonnen hatten, war eine nachträgliche Ortung in der Wanderkarte mangels der Möglichkeit einer Standortbestimmung kaum mehr möglich! Wir sind schon auf vielen Wegen in den Alpen unterwegs gewesen, inkl. auf vielen Klettersteigen in Norditalien, der Schweiz, Österreich usw., aber soetwas ist uns da noch nirgends vorgekommen! Ständig traf man auf Wanderer, Einheimische und Fremde gleichermaßen, die auf der Suche nach bestimmten Wegen und Punkten waren! Man weiß auch nie, wo man gerade angekommen ist, so waren wir der Ansicht, dass wir schon am Frienstein sind, obwohl wir erst am Wenzelstein waren! So ist es mit dem Einstieg in die Stiegen! Nirgends steht wirklich, wo man ist! (kl. Ausnahme ‘Häntzschelstiege”) Wenn man dort in den “Affensteinen” alleine unterwegs ist, ist man nahezu verloren! Die Wanderkarten nützen ohne die Möglichkeit der genauen Standortbestimmung so gut wie NICHTS! Dass im Übrigen der Durchstieg zumindest der ‘Rübezahlstiege’, sowie der Zwillingsstiege eindeutig verharmlost wird und nirgends auf eine Sicherungsausrüstung hingewiesen wird, ist geradezu unverantwortlich! Jeder kann diese Steige auf eigenes Risiko ohne Sicherungsausrüstung gehen, wenn er lustig ist, sein Leben derart aufs Spiel zu setzten, aber generell sollten die Stiegen OBJEKTIV bewertet werden und auf die Notwendigkeit, eine Sicherungsausrüstung mitzuführen! Dies zu unterlassen ist äußerst fahrlässig. Z.B. die Zwillingsstiege geht an einer senkrechten Mauer hoch und quert über einem Abgrund, den bei einem Sturz niemand überleben würde, da spielt die Tatsache, dass der Steig nur 20 Min. lang ist überhaupt keine Rolle! Den Rübezahlsteig völlig ohne Sicherungsausrüstung zu gehen ist nicht nachvollziehbar! Ein Rutsch aus welchen Umständen auch immer, über die abgerundeten Sandsteinkugeln gibt es kein Halten mehr! Das ist hier tödlich! Wirklich lohnend vom Genuss her, ist der “Turm” ohnehin nirgends! Und wenn man unbedingt dort hin möchte, frage ich mich, weshalb der Weg (oder die Wege) dorthin nicht ausgeschildert sind. Kommt man von Schmilka passiert man ein kleines Täfelchen OHNE JEDEN HINWEIS AUF DIESE STIEGE, ist man dann irgendwie nach oben gekommen, sucht man auch noch in alle Richtungen umher. Soll man von der ‘Heiligen Stiege’ abzweigen kann man einen völlig unbenannten rechten und einen linken Abzweig “ausprobieren”, welches nun der vielleicht richtige sein könnte! Auf keinem begegnet einem wenigstens im 1. Drittel eine verwertbare Information! Nichts! Wie gesagt, derartiges haben wir weder hier bei uns auf Schwäbischen Alb, noch in den gesamten Alpen erlebt! Selbst in der Türkei sind die Wanderpfade, egal wie lang oder kurz, und sei es nur dur “Steinmännchen” MARKIERT! Ich muss auch noch festhalten, dass Ihre Zeit- bzw. Entfernungsangaben sehr ungenau sind. Aus “ein paar Meter” wird lässig 1 Kilometer! Aus “ein paar Kurven” wird lässig 1/2 Stunde Fußmarsch. Man wird dadurch unnötig verunsichert, da die Wege ja grundsätzlich nicht benannt werden. Fragt man einen entgegenkommenden oder nachfolgenden Wanderer, hört man generell “das suchen wir auch gerade”. Ein Einheimischer hat meine Wanderkarte mit Sicherheit 20 Minuten studiert und ist zu keinem Resultat gekommen! Also wenn das noch niemand wirklich aufgefallen ist, dann bleibt wohl das Elbsandsteingebirge ein grandioser Irrgarten. Würde ich persönlich schade finden.

    • anonymus sagt:

      Alpina, Sie haben völlig Recht – solange Sie nur sich betrachten und nicht anderen vorschreiben wollen, wie Risiken einzuschätzen und zu bewerten sind. Meine Empfehlung: geniessen Sie Deichwanderungen an der Küste oder die Wanderwege der Lüneburger Heide. Halten Sie sich besser fern von steilen, unübersichtlichen und risikoträchtigen Gebirgen, sowohl in natura als auch auf den zugehörigen websites…
      Bergheil!

  4. TIB sagt:

    Ich finde es nicht schade. Genießt das Suchen und Finden, vielleicht nach etwas mehr Vorbereitung des Konsums..

    • Wanderbär sagt:

      Ja, wenn man seehr gelassen ist, also beneidenswert gelassen, dann kann man das auch so beantworten 🙂
      Schaff ich aber bei soviel vorgelegter Unsachlichkeit nicht 🙁

  5. Wanderbär sagt:

    Das ist natürlich schade, wenn Ihnen unser kleines Gebirge keine Freude bereitet hat. Aber, und wir stellen dies ohne jede Häme fest, wir sehen nur einen sehr kleinen Teil Ihres Misserfolges in unserem Gebirge oder einer falschen Wegbeschreibung begründet. Wir erkennen den Hauptgrund in Ihrer offensichtlich ungenügenden Vorbereitung.

    Eventuell müßig, fühlen wir uns, unbestellt zwar, aber doch als Verteidiger für „Herrn Zwillingsstiege“ berufen und versuchen nun einmal Ihre erdrückende Kritikflut in die richtigen Gedankenkanäle umzuleiten. Wir bearbeiten den Text von oben nach unten.

    Wenn Sie unterhalb dieser Zeile keinen Text sehen, schalten Sie in „Einstellungen/Internetsicherheit“ den „Google-Satiri-Blocker“ aus. Dann erscheint der Text wieder.

    Sehr geehrte Frau (?) Alpina,
    wir halten Eingangs Ihre eigene Aussage fest und wollen uns auch hinfort ständig daran erinnern „Wir sind zum 1. Mal … spontan … in der Sächsischen Schweiz wandern gewesen … mit einer (1?) runtergeladenen Beschreibung … und einer … im Touristenbüro … besorgten… (keine Böhm-Karte vermutlich?)Wanderkarte“

    Sie beginnen sodann mit der Behauptung, „ … dass die Wegebeschreibung ungenau ist“
    Dieser Behauptung muss von uns heftig widersprochen werden, da unser Mandant im obenstehenden Beitrag keinerlei WegBeschreibung angegeben hat. Im Blogbeitrag Beschrieben wird lediglich, wie auch im zutreffenden Titel des Beitrags bereits angekündigt, die vorgefundene Bauausführung und der momentane Zustand der beiden Steiganlagen nach den erfolgten und vorher im Netz rege diskutierten Umbauten. Die von Ihnen als WegeBeschreibung verkannte stichpunktartige Auflistung einiger Wegestationen soll lediglich den groben Verlauf der Tour widergeben. Sie werden bei gelassener Betrachtung selbst feststellen, dass, für WegBeschreibungen typische, Hinweise wie „… wir gehen bis zur soundso ….“ „… dort biegen wird dann links/rechts/mittig ab …“ usw. völlig fehlen. Selbst wenn nun ein kundiger „Stiegen- und Wanderfreunde“ mit einer geeigneten Wanderkarte (eigentlich sogar ohne solche) den Weg selbst im Mondschein nachlaufen könnte, was er allerdings in Respektierung der potenziellen Gefahren (bis auf bestimmte Sandsteinblogger) nur selten in Betracht ziehen wird, so versteht es sich doch ganz von selbst, dass Ihnen als Neuling beim ersten Besuch auf gefährlichen Wegen dies nicht sogleich gelingt. Wir bedauern dies sehr. Oder nein, streichen wir das Letzte.
    Dessen ungeachtet zollen wir Ihrer Leistung größten Respekt, auch wenn Sie nur 1/3 des Weges selbst gefunden haben. Denn auf Basis eines Kurzberichtes über die Sanierung an Rübezahl- und Rotkehlchenstiege bis zum Frienstein auf der anderen Seite des Gebirges vorzustoßen, das hat schon etwas von Amundsen oder Scott, die ja auch nicht gleich 100% geschafft haben.
    Was Ihnen nach Ihrer Aussage an den von Ihnen nicht genauer benannten Wegabzweigungen gefehlt hat, das können wir anhand Ihrer ungenügenden WegBeschreibung und in Unkenntnis der von Ihnen verwendeten Wanderkarte leider nicht nachvollziehen. In der Tat ist es im Sächsischen Sandstein oft so, dass an Wegkreuzungen nicht ALLE von dort aus erreichbaren Ziele benannt werden. Das wird sicher auch daran liegen, dass dem Schildschreiber nicht ALLE potentiellen Ziele ALLER Wanderfreunde bekannt sind. Einen gewissen Einfluss auf diese, auch für uns sehr unerfreuliche, Beschränkung liegt allerdings auch in der Begrenztheit der Schilder an sich. In Wanderkreisen hat sich jedoch in ähnlich gelagerten Fällen der kundige Blick in eine geeignete Wanderkarte eingebürgert und bewährt. Hier sei nur ergänzend angefügt, dass man diesen Abgleich zwischen Kartenbild und realer Umwelt natürlich bereits am Startpunkt, der zumindest bekannt sein muss, und von da an wiederholt und fortlaufend durchführen muss. Nur dem sehr kundigen Wanderfreund, und auch diesem nicht immer, kann es ohne diese Aufmerksamkeit gelingen, seinen Standpunkt anhand markanter Geländemerkmale im Irgendwo zu bestimmen. Die Besten, so die Legende, könnten allerdings sogar mit verbundenen Augen, nur anhand einer mündlichen Beschreibung wie „… links ein nasses Wandstück mit 3 Steigeisen, rechts ein Blockverbruch“, genau sagen wo sie gerade stehen.
    Weiter im Anklagetext. Bitte verstehen Sie uns nicht falsch, wenn wir Sie daran erinnern, dass Sie zu Ostern (oder wie Sie auch nicht ganz falsch sagen „an Ostern“) unterwegs waren. Nicht ohne ein kleines Schmunzeln müssen wir uns bewusst machen, dass es zu Ostern durchaus nicht ungewöhnlich ist, wenn man andauernd suchende Menschen, egal ob Wanderer, Einheimische oder Fremde, trifft. Möglicherweise waren an diesen Wegen und Punkten ja diverse Ostereier versteckt. Jetzt aber wirklich weiter. Sie bemerken unter anderem, dass Sie „ … nie wussten, wo …Sie angekommen sind…“. Wir werten dies als wertfreie Feststellung Ihrerseits. Nicht jedoch als Vorwurf an unseren Mandanten. Denn in sich ist es natürlich und logisch, dass man nicht weiß wo man ankommt, wenn man auch unterwegs nicht weiß wo man ist. Wir verweisen dazu auf unsere obigen Ausführungen. Und schon Konfuzius sagte „Wenn du nicht weißt wo du herkommst, dann kannst du auch nicht wissen, wo du bist oder hingehen wirst. Schon gar nicht ohne vernünftige Wanderkarte“ (oder war‘s der Rolf Böhm?). Eine gewisse Zustimmung erfahren Sie allerding diesbezüglich in so weit, dass bereits auch von vielen Kletterfreunden die eindeutige und gut lesbare Beschriftung aller Felsformationen, mit Name, Höhe, Kletterwegsklassifizierungen und Markierung an den Kletterwegsbeginnen und im Wegeverlauf gefordert wurde. Diese absolut sinnvolle Verbesserung scheiterte bisher aber, wie u.a. auch die längst überfälligen Mittellinien auf den Hauptwanderwegen, an der sturen Haltung der Nationalparkverwaltung.
    Lassen wir aber diese sinnvollen Wünsche einmal links liegen und wenden uns wieder Ihren wirklich zutreffenden Einschätzungen zu. Tatsächlich werden die verschiedenen Stiegen von verschiedenen Menschen verschieden bewertet. Das ist ärgerlich, aber natürlich und menschlich nachvollziehbar. Denn erstens ist die individuelle Leistungsfähigkeit, Kraft und Geländegängigkeit bei jedem Menschen verschieden. Was dem einen eine Starke Stiege ist, das ist dem anderen ein starkes Stück. Und zweitens werden Erfahrungsberichte über Stiegenfahrten in der Regel nur von Bezwingern einer solchen verfasst. Und der Bezwinger neigt gelegentlich dazu die erforderlichen Anforderungen etwas kleiner zu beschreiben, damit die eigene Leistungsfähigkeit ein wenig größer erscheint. Wir erinnern uns hier aber an Ihre Aussage vom Anfang, wonach wir vermuten müssen, dass Sie sich lediglich den EINEN Bericht vom Herrn Zwillingsstiege gegönnt haben. Neben der allgemeingültigen Feststellung, dass eine zweite Meinung oft hilfreich ist, versichern Ihnen, dass wir in der langjährigen Geschäftsbeziehung mit unserem Mandanten niemals bemerken konnten, dass wir bei Herrn Zwillingststiege niemals Neigungen zur Verharmlosung der Risiken und Gefahren von Berg- und Stiegentouren erkennen konnten. Ganz im Gegenteil wird meist bereits am Beginn eines Berichtes auf eventuelle Gefahren und die erforderlichen Voraussetzungen zur Bewältigung hingewiesen. Gelegentlich gibt es am Schluss eines Berichtes auch eine entsprechende Warnung dies keinesfalls zu Hause nachzumachen.
    Ihr verständlicher Wunsch, Stiegenbewertungen sollten OBJEKTIV erfolgen, ist zwar nachvollziehbar, aber nicht realistisch. Denn wenn ein SUBJEKT eine Bewertung erstellt, so bleibt diese in Ermangelung OBJEKTIVER Bewertungskriterien nur SUBJEKTIV.

    Ist Scheiße – aber ist so.

    Ebenso verhält es sich beim Mitführen von Sicherungsausrüstung. Ob Sie dies für angebracht und erforderlich halten ist ganz allein Ihrer eigenen Verantwortung überlassen, solange Sie nachfolgende Stiegenfreunde warnen …. Oder zumindest zeitig genug auffordern Helme aufzusetzen.

    Dass Sie neben dem Frienstein auch die wundervolle Zwillingsstiege in ihrer wildromantischen Nacktheit besucht haben ist für Sie sicherlich ein erhebendes Erlebnis gewesen. Wir wissen natürlich nicht, ob Sie die senkrechte Wand und die nicht ganz langweilige Querung nur von Unten bestaunt, oder gar selbst erstiegen haben. Ihre Beschreibung ist jedenfalls doch recht anschaulich gelungen. Tatsächlich wünschte man diese Beschreibung für manche Besucher gleich ganz unten am Hauptweg.
    Auf Ihre nachfolgenden Ausführungen lohnt es nicht näher einzugehen. Sie sind zu krude, zumeist unzutreffend oder wertfrei, bestenfalls wertend, oft nur spekulativ. Und beim hin-und-her-springen zwischen den einzelnen Handlungsorten ist Ihnen in der nachträglichen Verärgerung beim Schreiben die räumliche wie zeitliche Orientierung offenbar zum wiederholten Male verloren gegangen. Wir wollen zu weiterer Konfusion nicht beitragen und nur so viel festhalten: Ein ungebremster Absturz über die Rübezahlstiege ist ganz sicher schmerzhaft und keinesfalls zu empfehlen. Da diese Feststellung aber auf nahezu jeden Wegeabschnitt an einer Hanglage mit der entsprechenden Fallhöhe zutrifft möchten wir aus dieser Feststellung keinerlei Wertung für die Stiege ableiten. Auf dieser, wie auf allen entsprechenden Wegeabschnitten, bleibt die Entscheidung über das Ob und das Wie einer Begehung dem persönlichen Verantwortungsgefühl, der eigenen Leistungsfähigkeit und der Selbst-Ein- oder Überschätzung überlassen. Als Neuling im Sandstein dürften Sie den Nationalpark auf einem der Hauptzugangswege betreten und entsprechende Hinweistafeln zu Verhalten und Gefahren im Nationalpark mit eigennütziger Aufmerksamkeit studiert haben. Die Nationalparkverwaltung erfüllt nicht immer die Wünsche aller Wanderfreunde, sie ist jedoch redlich bemüht den schlimmsten Verfehlungen vorzubeugen.

    Für uns völlig unverständlich ist Ihr Wunsch nach „verwertbaren Hinweisen“ auf „…rechts und links von der Heiligen Stiege abzweigenden Wegen…“. Am Stammtisch würden bei einer solchen Äußerung die meisten Gesichter bestenfalls fragend aussehen. Denn erstens führen alle von der Heiligen Stiege abzweigenden Wege ausreichend sichtbar und eindeutig, ja unausweichlich, dicht am Felsen entlang – und zwar genau bis an ihr Ende. Und zweitens, wenn man nicht weiß und auch auf der Karte nicht nachvollziehen kann, wo ein Weg endet, dann zweigt man doch nicht in einen unmarkierten Weg ab!!! Und das gilt nicht nur im Sandstein, sondern erst recht wohl auch in den Alpen und allen anderen Bergwelten.
    Obwohl wir im vorliegenden Bericht weder Aussagen unseres Mandanten zu „ein paar Meter“ oder „ein paar Kurven“ finden können und jedwede diesbezüglich von Ihnen abgeleitete Beschuldigung deshalb zurückzuweisen ist, möchten wir doch wiederholt auf das Problem der Individualität hinweisen. Mengenangaben wie „paar“ sind eben immer nur relativ. Und wenn Sie für ein paar Kurven tatsächlich ½ Stunde benötigt haben, so ist dies doch absolut in Ordnung, wenn man berücksichtigt, dass von dieser Zeit 20 Minuten (nach Ihrer Aussage) allein schon für die Betrachtung Ihrer Wanderkarte(?) durch einen Einheimischen (?) beansprucht wurden.
    Ihrer schlussendlichen Unsicherheit können wir abhelfen: Doch, doch, es ist schon dem ein oder anderen aufgefallen, dass das Elbsandsteingebirge ein grandioser Irrgarten ist.

    Das ist ja das Geile an der Sache!!!

    Ihrer Hoffnung, dass das auch so bleibt, können wir uns nur aus ganzem Herzen anschließen und finden dies ganz und gar nicht schade, sondern wundervoll.
    Und wir verbleiben mit freundlichen Grüßen aus Sachsen, wo das Klettern erfunden wurde und der Kaffeefilter und Brausebadetabletten und Winnetou und Old Shatterhand und eigentlich ganz viel, was irgendwie Spaß macht.

  6. DDT sagt:

    Kann den Ausführungen von Wanderbär nur zustimmen.
    Was soll das Geheule?
    Dermassen unvorbereitet in ein unbekanntes Gebiet vorzudringen und dabei gleich eine Mammuttour meistern wollen? Sehr unvernünftig.
    Dabei gibt es ja genug beschilderte Wege, die einem in Verbindung mit einer geeigneten Wanderkarte ans Ziel bringen. Würden alle Ziele von jedem Wanderweg aus beschildert sein, müssten die Schildmasten wohl zehn Meter hoch sein. Das Gemotze möchte ich dann hören. Begibt man sich in der Sächsischen Schweiz auf nicht markierte Wege, sollte man sich schon sicher sein, worauf man sich einlässt und vor allem wissen wo man sich befindet. Sehr unvernünftig, zumal man sich selbst eine exzellente, alpenerfahrene Expertise ausgestellt hat. Und, wenn man dann an der Zwillingsstiege ohne Klettersteigset einsteigt und sich obendrein noch im Nachhinein beim Betreiber einer privaten Webseite, die nur die Leidenschaft dessen widergibt, beschwert, das auf Sicherheitsrisiken nicht hingewiesen wurde, kann ich nur sagen, “dann bleibt halt das nächste Mal daheim, ihr Vollpfosten.”
    Mit solidarischen Grüßen in die sächsische Schweiz

  7. Alpino ? sagt:

    Seit wann benötigt man denn auf der Zwillingsstiege ein Klettersteigset?
    Ist die etwa umgebaut wurden und ich habe es noch nicht bemerkt?

    • Zwillingsstiege sagt:

      Man benötigt kein Klettersteigset auf der Zwillingsstiege. Es gibt überhaupt kein Sicherungsseil. Bei Bedarf könnte man an einzelnen Klammern eine Sicherung legen.

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