Drei Zinnen – der Aufstieg

Drei Zinnen

Drei Zinnen (Hamburger Wappen)

Nein, wir sind nicht in den Dolomiten unterwegs. Ich würde mich bei meinen geringen klettertechnischen Fähigkeiten auch nie an eine der richtigen Zinnen wagen. Tatsächlich gibt es im nördlichen Vorland des Harzes auf dem 2009 offiziell als „Teufelsmauerstieg“ eingeweihten Wanderweg eine sehr schöne Sandsteingruppe, die diesen Namen trug. Man muss leider in der Vergangenheit sprechen, denn heute wird die Felsgruppe meist nur noch „Hamburger Wappen“ genannt, da sie eine gewisse Ähnlichkeit mit diesem Stadtsymbol aufweist.

Nach der viertägigen Trekkingtour auf dem knapp 100 km langen Hexenstieg – Bericht auf www.4FunWeb.de – nutzten wir noch vier Tage in Thale, um unter anderem der Teufelsmauer einen Besuch abzustatten. Genauer anschauen wollten wir uns vor allem die kaum bekannte Rittertreppe (oder Ritterstiege) in unmittelbarer Nähe des Hamburger Wappens, die besagte Felsformation selbst – inklusive Aufstiegsmöglichkeit – und schließlich den Teil der Teufelsmauer zwischen Timmenrode und Blankenburg, der als interessantester Abschnitt des Stiegs gilt.

Ritterstiege

Rittertreppe oder -stiege

Um zur Rittertreppe zu gelangen, sollte man nicht den markierten Weg vom Timmendorfer Sportplatz nutzen. Der führt direkt an die drei Zinnen. Vielmehr sollte man von der Kirche Richtung Felsen gehen und sich damit vom Südosten den Felsen nähern. Im Wald findet man schließlich ein Hinweisschild für den Aufstieg in ein schmales Tal Richtung Drei Zinnen (Hamburger Wappen). Als wird den steilen Aufstieg erklommen hatten, meinten wir zunächst, wir wären im falschen Film. Emsig wurde am Talschluss unterhalb der drei Felstürme an Holzhütten gebaut. Wie sich herausstellte, wird dies tatsächlich eine Filmkulisse für den deutschen Streifen „Der Medicus“.

Filmkulisse

Filmkulisse

Links im Hochtal in unserer Gehrichtung – also schräg gegenüber der Drei Zinnen – fanden wir an einer glatten und recht steilen Felswand tatsächlich jenen gewagten Aufstieg. Den ersten Abschnitt konnte ich auch noch ersteigen. An der großen Höhle, dem Teufelsloch, war dann Schluss. Die Höhle konnte ich wegen der Verbauung durch die Filmemacher nicht mehr betreten. Damit war auch der weitere Aufstieg verwehrt. Allerdings sei davor auch ausdrücklich gewarnt. Ungesichert ist der untere Teil des Aufstiegs noch relativ einfach zu bewältigen, der Abstieg war es dann schon nicht mehr. Der obere Teil sollte ungesichert nur mit Klettererfahrung begangen werden.

Aufstiege

‚leichte‘ Aufstiege auf 2 Zinnen

Leider mussten wir unverrichteter Dinge abdrehen. Aber so einfach wollten wir unsere Stiegentour nicht beenden. Nach kurzer Diskussion mit den Filmleuten, ließen sie uns bereitwillig zu den drei Zinnen aufsteigen. Prinzipiell dürfen alle drei Türme erklettert werden (nach sächsischen Kletterregeln, mehr Infos dazu: http://www.dav-felsinfo.de/html/index.php?option=com_davfelsen&task=view&catid=176&id=4106&Itemid=218#). Von Timmenrode aus gesehen, lässt sich der linke Turm (der westlichste oder wahrscheinlich nordwestlichste Pfeiler) relativ einfach besteigen, die mittlere Zinne ebenfalls. Der rechte, einzeln stehende Sandsteinturm dagegen war mir dann doch „eine Nummer zu groß“ (Abseilöse am Gipfel, Abklettern kaum ratsam).

Bildergalerie

Bildergalerie

Von der Außenkante startete ich den ersten Versuch (Bilder 6 und 7), nicht wissend, dass es von der Rückseite einen viel leichteren Weg gibt. Der wurde dann schließlich auch zum Aufstieg genutzt (Bilder 8 bis 10). Vom Gipfel der Zinne bot sich ein herrlicher Blick über das Vorland des Harzes und natürlich auf die gegenüberliegende Rittertreppe. Zum Schluss schön vorsichtig – da ungesichert – wieder nach unten gestiegen und mit guter Stimmung die fünf Kilometer Teufelsmauer bis Blankenburg in Angriff genommen…

Mehr dazu auf unserer Website www.4FunWeb.de.

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