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 Jerash - Amman - Shobak - Wadi Rum - Aqaba
 

 


Nach kurzer Nacht startet die Rundreise mit der Fahrt vom Hotel in Amman nach Jerash.
Jerash, auch bekannt als das antike Gerasa, liegt etwa 50 km nördlich von Amman und gilt als eine der am besten erhaltenen römischen Provinzstädte weltweit. Sie wurde bereits in der vorrömischen Zeit bewohnt, erlebte seinen Höhepunkt jedoch als Teil der Dekapolis, eines Verbunds griechisch-römischer Städte im Nahen Osten. Unter römischer Herrschaft entwickelte sich die Stadt zu einer reichen, kulturell vielfältigen Metropole mit Tempeln, Theatern, Straßen und Bädern. Nach dem großen Erdbeben von 749 n. Chr. verfiel die Stadt langsam.

HadrianstorUnsere Besichtigungstour beginnt am Hadrianstor. Der monumentale Bogen wurde zu Ehren des Besuchs von Kaiser Hadrian im Jahr 129 n. Chr. errichtet und bildet den würdigen Einstieg in das antike Jerash. ForumDer Rundgang führt weiter zum Ovalen Forum, einem einzigartig gestalteten, weitläufigen Platz mit 56 ionischen Säulen – das Herzstück des städtischen Lebens, das direkt in die Cardo-Maximus-Straße übergeht, eine fast 800 Meter lange, gepflasterte Hauptstraße, gesäumt von Säulen und römischen Ladenfronten. Deutlich sichtbar sind noch die Spurrillen der antiken Wagen.

Cardo Maximus

SüdtheaterNächstes Ziel ist das Südtheater, ein gut erhaltenes Bauwerk mit 3.000 Sitzplätzen, das bis heute für Konzerte genutzt wird. Akustisch wurde das Theater so erbaut, dass selbst leises Sprechen auf der Bühne bis in die obersten Ränge hörbar ist.

ArtemistempelWeitere Highlights unserer Besichtigung sind der Tempel des Zeus und der Artemis-Tempel, die auf einer Anhöhe mit grandiosem Ausblick liegen. Artemis war die Schutzgöttin der Stadt, der Tempel gilt als Meisterwerk römischer Baukunst. Zahlreiche kleinere Bauwerke wie Brunnen, Bäder, Torbögen und Mosaikkirchen zeigen, wie reich und vielfältig das städtische Leben war – auch unter byzantinischer und frühislamischer Herrschaft.

Jerash ist heute eine der wichtigsten touristischen Attraktionen Jordaniens und zieht Besucher aus aller Welt an. Die archäologische Stätte wird stetig erforscht und restauriert, um dieses wertvolle kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren. Zudem wird die antike Kulisse einmal im Jahr beim Jerash Festival for Culture and Arts zum Schauplatz von Musik, Theater und Tanz aus aller Welt – ein kultureller Höhepunkt Jordaniens.

Von Jerash führt die Fahrt zurück nach Amman, zunächst zur hoch über der jordanischen Hauptstadt gelegenen Zitadelle. Die Zitadelle von Amman ist eine der wichtigsten historischen Stätten in der Hauptstadt Jordaniens. Sie liegt auf einem der sieben Hügel, auf denen Amman ursprünglich erbaut wurde, und bietet nicht nur archäologische Schätze, sondern auch einen spektakulären Blick über die Stadt.

Blick von der Zitadelle auf Amman

Wichtige Sehenswürdigkeiten innerhalb der Zitadelle

·       Herkulestempel (2. Jh. n. Chr.), vermutlich dem Gott Herkules gewidmet mit Überresten riesiger Säulen und dem Fragment einer gigantischen Hand (Teil einer Herkules-Statue)

·       Umayyaden-Palast (8. Jh.), Palastruine aus der Zeit der Umayyaden-Dynastie, bekannt für die große Kuppelhalle mit rekonstruierter Holzkuppel

·       Byzantinische Kirche, Reste einer Basilika mit Mosaikfußböden und Kapitellen aus dem 6. Jahrhundert

·       Archäologisches Museum von Jordanien, das sich innerhalb der Zitadelle befindet und Artefakte aus verschiedenen Epochen, darunter auch Schriftrollen vom Toten Meer, zeigt.

Herkulestempel   Herkulestempel   Umayyaden-Palast

Leider blieb uns nur wenig Zeit für einen kurzen Besuch der Innenstadt von Amman. Diese, oft als „Downtown“ bezeichnet, ist das historische und geschäftige Herz der Jordaniens. Sie liegt in einem Tal, umgeben von den Hügeln, auf denen sich moderne Wohnviertel erstrecken. Hier mischen sich das alte und neue Amman auf faszinierende Weise – mit quirligem Alltagsleben, engen Gassen, Streetfood, Souks und eben auch dem bekannten Gemüse- und Lebensmittelmarkt.

Gemüsemarkt AmmanAl-Husseini MoscheeDer zentrale Gemüsemarkt Souq Al-Sukar ist eine der lebendigsten Attraktionen im Downtown-Bereich, unweit des römischen Theaters gelegen. Hier gibt es frisches Obst und Gemüse in großer Auswahl und zu günstigen Preisen, Kräuter, Nüsse, Oliven, Datteln, Gewürze – oft zu farbenfrohen Bergen aufgetürmt. Direkt neben dem Markt befindet sich die Al-Husseini Moschee, eine der ältesten Moscheen von Amman, 1932 unter König Abdullah I. wiedererrichtet, anstelle eines früheren Gebäudes, das um 640 n. Chr. unter dem zweiten Kalifen Omar Bin Al-Khattab erbaut wurde.

Über den Aufenthalt am Toten Meer, den Besuch des Bergs Nebo und der Stadt Madaba gibt es eine Darstellung der wichtigsten Highlights auf der Startseite.

Nächste Station unserer Rundreise ist die Kreuzritterburg Shobak. In der Nähe der gleichnamigen Stadt gelegen, ist sie ein beeindruckendes Zeugnis mittelalterlicher Festungsbaukunst mit strategischer Bedeutung. Die Burg thront auf einem steilen, felsigen Gebirgsausläufer, was ihr von Natur aus eine starke Verteidigungsposition verlieh. Beim Blick auf die Wehranlage fallen sofort die massiven Steinmauern, die imposanten Türme und die strategisch platzierten Wehrgänge ins Auge.

Kreuzritterburg Shobak

Ursprünglich im Jahr 1115 von Balduin I., dem König von Jerusalem, unter dem Namen Montreal (Mont Realis – Königsberg) erbaut, war Shobak die erste bedeutende Kreuzritterfestung im Gebiet östlich des Jordanflusses. Kreuzritterburg ShobakIhre strategische Kreuzritterburg ShobakLage kontrollierte wichtige Handelsrouten zwischen Syrien, Ägypten und Arabien und diente als Bollwerk gegen muslimische Angriffe. Die Burg erlebte im Laufe ihrer Geschichte wechselnde Herrschaften. Sie fiel schließlich 1189 nach einer langen Belagerung an Saladin und wurde unter ayyubidischer und mamlukischer Herrschaft weiter ausgebaut und genutzt. Dies spiegelt sich in verschiedenen architektonischen Stilen innerhalb der Anlage wider. Shobak ist weniger stark besucht als die bekanntere Kreuzritterburg Kerak, was ihr einen zusätzlichen Reiz verleiht. Hier kann man die Geschichte in einer ruhigeren und authentischeren Umgebung erleben und die beeindruckende Ingenieurskunst und die strategische Genialität der mittelalterlichen Festungsbauer bestaunen.

Es geht weiter nach Süden bis zum kleinen Ort Petra. Eine Zwischenübernachtung ermöglicht uns den mehrstündigen Rundgang durch die berühmte Felsenstadt der Nabatäer, die ich gesondert beschreibe.

Am Nachmittag fahren wir zu unserer letzten Station, der Stadt Aqaba am Roten Meer. Der vorletzte Tag ist einem Ausflug in das Wadi Rum vorbehalten. Das Wadi Rum, auch bekannt als das Tal des Mondes, ist eine spektakuläre Wüstenlandschaft und beliebtes Reiseziel für Naturfreunde und Filmliebhaber. Die Wüste erstreckt sich über eine Fläche von rund 720 km² und besteht aus hohen Sandstein- und Granitformationen, tiefen Schluchten, natürlichen Felsbrücken und Sanddünen in verschiedenen Rottönen. Die Felsen ragen teils mehrere hundert Meter senkrecht empor. Besonders markant ist der Jabal Umm ad Dami, mit 1.854 Metern der höchste Berg Jordaniens.

Wadi Rum

Das Gebiet wurde bereits in prähistorischer Zeit besiedelt. Felsgravuren und Inschriften zeugen von der langen Geschichte der Beduinenkulturen. Wadi Rum wurde weltberühmt durch den britischen Offizier T. E. Lawrence, bekannt als Lawrence von Arabien, der während der Arabischen Revolte (1916–1918) dort tätig war. Teile seines Lebens wurden im Wadi Rum verfilmt. Daneben war die Wüste Drehort für weitere Filme, unter anderem:

  • The Martian (Der Marsianer, 2015)
  • Dune (2021)
  • Star Wars (Die Reise des Skywalker, 2019)

Die Wüste wird oft als Ersatz für außerirdische oder futuristische Landschaften verwendet.

Jeepsafari im Wadi Rum   Jeepsafari im Wadi Rum   Jeepsafari im Wadi Rum

Neben Wanderungen und Kamelritten, bildet eine Jeepsafari im Wadi Rum eine der eindrucksvollsten touristischen Attraktionen in Jordanien. Sie beginnt typischerweise am Besucherzentrum. Unsere zweistündige Fahrt im offenen Pickup führte an Sandsteinformationen vorbei und bot den Auf- und Abstieg zu Fuß über Sanddünen. Sie endete mit einem Abendessen bei Beduinen.

Aqaba

Am letzten Tag haben wir „frei“, die Chance, Aqaba etwas zu erkunden und ein Bad im Roten Meer zu nehmen. Aqaba - HotelstrandAqaba. ca. 150.000 Einwohner, ist die einzige Küstenstadt Jordaniens und liegt am nordöstlichen Ende des Roten Meeres, direkt am Golf von Aqaba. Aqaba - Westin-HotelAls bedeutende Hafenstadt und beliebtes Touristenziel spielt sie eine wichtige strategische Rolle in der Wirtschaft des Landes. Die Stadt grenzt an Israel (Eilat), Ägypten (Taba) und liegt nur knapp 20 Kilometer von der Grenze zu Saudi Arabien entfernt. Hier verbrachten wir unseren letzten Urlaubstag im Westin Hotel mit einem eigenen – wenn auch sehr kleinen – Strand. Vom King Hussein International Airport traten wir unseren Rückflug über Amman nach Berlin an.

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Petra