Qualitätswanderung und (k)ein Klettersteig – Teil 2

Blick zum Kyffhäuserdenkmal

Blick zum Kyffhäuserdenkmal

Der zweite Teil unserer Tour auf dem Kyffhäuserweg beginnt mit einer Stadtwanderung zum Busbahnhof. Von hier aus soll es zunächst auf vier Rädern nach Steinthaleben, dem Endpunkt der ersten Etappe, gehen. Will man nicht schon vor 8 Uhr abfahren, bleibt nur der Bus um 9.35 Uhr. Da die Wegstrecke am heutigen Tag nicht allzu lang ist, reicht der Vormittagsbus. Kurz vor 10 Uhr beginnen wir in der Ortslage von Steinthaleben mit der Wanderung.

Im Nordosten des Dorfes in der Nähe des Sportplatzes folgen wir den Wegweisern auf einem Feldweg hinauf zum Aussichtspunkt am Waldrand. Von hier aus haben wir über blühende Mohnfelder eine schöne Sicht auf die Ortschaft Steinthaleben und das südliche Umfeld des Kyffhäusergebirges. Die Sonne brennt bereits im Gesicht und so sind wir froh, dass wir alsbald den Mischwald des Gebirges erreichen. Nach einigen 100 Metern durchwandern wir ein Gebiet mit Karstbuchen. Es geht danach zunächst leicht bergab. Im Tal angekommen, steigen wir auf bequemen Waldwegen wieder bergan durch die Waldflächen Schäfergehren und Bessebhardt, bis wir auf den westlichen Rennweg treffen. Wir wandern in nordöstlicher Richtung auf dem Rennweg bis zu Lorbers Kreuz. Über diese weitläufige Wegespinne mit ihrem Schilderbaum geht es weiter Richtung nördlicher Abbruchkante des Gebirges mit dem Aussichtspunkt Brockenblick (ca. 440 m über NN).

Aufstieg von Steinthaleben in den Kyffhäuser auf dem Kyffhäuserweg Kyffhäuserweg - Beschilderung auf dem Kyffhäuserweg

Vor dem Brockenblick kommt noch das unangenehmste Wegstück der heutigen Etappe, auch wenn es nur ein ganz kurzer Abschnitt ist. Wir müssen unweit eine unübersichtlichen Kurve die – zumindest an diesem Tag – vielbefahrene Bundesstraße B85 überqueren. Das finden wir nicht „qualitätswandermäßig“. Zwei Tage später bin ich dann selbst mit dem Auto von Bad Frankenhausen nach Tilleda an eben dieser Stelle vorbeigekommen und wusste, dass hier der Kyffhäuserweg die Straße kreuzt. Weit vor der Überquerung – viel zu weit vorher – steht ein Schild zur Begrenzung der Geschwindigkeit auf 50 km/h, aber kein Hinweis darauf, dass hier Wanderer die Straße überqueren (müssen). Das geht besser!

BrockenblickVom Aussichtspunkt Brockenblick gibt es vor allem die nahe gelegene Ruine der Rothenburg zu sehen, den höchsten Harzgipfel können wir nur „erahnen“. Besonders gut ist die Sicht an diesem schwülwarmen Frühsommertag nicht.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Kyffhäuserdenkmal. Ein kurzer Anstieg noch und wir stehen vor dem gewaltigen Bauwerk. Oder besser gesagt: Wir befinden uns vor dem letzten Aufstieg zum Denkmal. Burghof - gute Unterkunft am KyffhäuserZunächst suchen wir aber unser Quartier für diese Nacht auf, den Burghof. Nach dem Einchecken legen wir erst einmal die Rucksäcke ab, nehmen eine kleine Erfrischung und besteigen dann das Kyffhäuserdenkmal. Es ist 81 Meter hoch und wurde zu Ehren Kaiser Wilhelms I. errichtet. Eine genauere Beschreibung des Bauwerkes erspare ich mir an dieser Stelle. Dazu gibt es bereits genügend Veröffentlichungen im Web (Wikipedia oder kyffhaeuser-denkmal.de).

Kyffhäuserdenkmal Kyffhäuserdenkmal Kyffhäuserdenkmal Blick vom Kyffhäuserdenkmal

Man sollte sich für die Besichtigung etwas Zeit nehmen und wegen der überragenden Aussicht das Bauwerk bis zum höchsten Punkt besteigen. Auch die Besichtigung des kleinen Museums sei empfohlen. Lohnenswert sind ebenfalls der Besuch der Mittel- und Unterburg am Kyffhäuser. Wer den Kyffhäuserweg in zwei Tagen erwandert, wird vielleicht nicht die Zeit und Lust für einen ausführlichen Besuch der Bauwerke finden. Wir hatten diese auf unserer Dreitagestour auf jeden Fall.

Fortsetzung folgt…

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Qualitätswanderung und (k)ein Klettersteig – Teil 1

Auf der Suche nach einer relativ kurzen Mehrtageswanderung in einem deutschen Mittelgebirge wurde ich schnell fündig. Der Kyffhäuserweg soll es werden, den wir Anfang Juni 2019 erwandern wollen.

von Bad Frankenhausen zur Barbarossahöhle

Der etwa 37 km lange Weg ist sogar als „Qualitätswanderweg“ zertifiziert. Na, wir werden sehen. Die Runde startet man am besten in Bad Frankenhausen und läuft im Uhrzeigersinn über die Barbarossahöhle und das Kyffhäuserdenkmal wieder zurück zum Startpunkt. Zwei oder drei Wandertage? Das war die Frage. Wir entschieden uns für drei kürzere Etappen, um in Ruhe die am Wegesrand liegenden Highlights – so werden sie zumindest im Internet beschrieben – zu besuchen. Die Entscheidung erwies sich als richtig, besonders unter Berücksichtigung der Tatsache, das Anfang Juni bereits Temperaturen von knapp unter und später sogar über 30 °C herrschten. Wir richteten es deshalb so ein, dass wir den Start der Wanderung in die Morgenstunden legten und unser Tagesziel bereits am frühen Nachmittag erreichten.

Zunächst die eingebettete Karte mit dem Wanderweg von einer Outdooractive-Website (Copyright siehe da). Das spart mir den Upload meiner eigenen aufgezeichneten Strecke (inklusive Nachbearbeitung).
 
Die Wanderung detailliert zu beschreiben, soll nicht das Ziel der kurzen Abhandlung sein. Entsprechende Dokumentationen findet man im Internet unter dem Suchbegriff „Kyffhäuserweg“, wenn auch in erstaunlich geringer Zahl. Weshalb das so ist, wurde uns später klar. Ich will vielmehr anderen Wanderfreunden Tipps zur Vorbereitung geben und auf Dinge hinweisen, die man unterwegs beachten sollte.

Wir hatten im Zentrum des kleinen Städtchens Bad Frankenhausen eine Ferienwohnung direkt ‚Am Anger‘ gebucht. Hier sollte nach einheitlicher Aussage von Prospekten und Websites der Qualitätswanderweg beginnen. Einen entsprechenden Hinweis wird man allerdings nicht finden. Direkt neben der Touristinformation weist ein Schild auf den Beginn des Kyffhäuserwegs und zeigt Richtung Kurpark. Im Kurpark angelangt, sehen wir vor uns einen Springbrunnen. Erst hier finden wir tatsächlich die Wegmarkierung des Kyffhäuserweges, ein hellbraunes stilisiertes Denkmal auf weißem Grund. Es ist ein recht unscheinbares Zeichen, welches an manchen Stellen bei der Vielzahl der sich kreuzenden und mit bunten Markierungen versehenen Beschilderungen im kleinsten Mittelgebirge Deutschlands fast untergeht.

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Unwegsam

Blick vom Dastellochturm

Blick vom Dastellochturm

Sie zählt zweifellos zu meinen Lieblingstouren in der Sächsischen Schweiz: die Wanderung durch den Tiefen Grund bis zur Speisekammer, durch diese hindurch mit dem Aufstieg zur Brandstraße und weiter bis zum Dastellochturm und über die Laufe zum Gipfel. Es ist eine Wanderung mit kleineren Klettereinlagen, die wir letztmalig vor fast genau zehn Monaten absolvierten und die man in einem Videoclip verfolgen kann.

Mit mehreren Wanderfreunden sind wir heute unterwegs und erleben einige Überraschungen, die meisten davon sind nicht sehr angenehm. Im Tiefen Grund finden seit geraumer Zeit Bauarbeiten statt. Diese gab es bereits vor zehn Monaten, was uns damals nicht störte. Jetzt ist allerdings das Bachbett des Tiefen Grundbaches betroffen und zwar bis oberhalb der sogenannten „Schandauer Ratsstube“, einem Felsüberhang, an dem in unmittelbarer Nähe der Aufstieg in die Speisekammer erfolgen soll.

„Schandauer Ratsstube: Im Tiefen Grund zwischen Kilometer 2,4 und 2,5 eine Felsengrotte rechts der Straße. Schandauer Ratsherren, in heftigen Streit geraten, waren auf dem Weg zum Hohnsteiner Hochgericht. Auf dem Weg dahin gerieten sie in ein heftiges Unwetter und nahmen in der Grotte Zuflucht. Und milde gestimmt unter dem Eindruck des wütenden Unwetters kam es bereits hier zur Aussöhnung. Wenige Meter oberhalb ist im Felsen die „Sense“ eingemeißelt.“ Quelle: https://www.hohnstein.de/de/Wandern

Momentan wird der Zugang von der Straße aus auf die andere Bachseite sehr erschwert. Am Sonntag ruhen natürlich die Bauarbeiten. In der Woche dürfte man kaum an die kurze Eisenklammernstiege gelangen, die uns den Zugang zur Speiskammer gestattet. Ob der Bachübergang nach Abschluss der Baumaßnahmen überhaupt noch möglich sein wird, erscheint fraglich.

Der Aufstieg über die Klammern gelingt ohne Probleme, die fangen jetzt erst an. Der weitere Weg in die Speiskammer hinein wir durch jede Menge umgefallener Bäume erschwert. Hier haben Sturm und Schneebruch im vergangenen Herbst und Winter ganze Arbeit geleistet. Mühsam überqueren wir die auf dem Kletterzugang kreuz und quer liegenden Stämme.

An der Steilstufe zum Brandausstieg erwartet uns die nächste Überraschung. Immer wieder einmal sind hier neben der Kette einige zusätzlich gesetzte Stahlstifte zu finden, so wie im letzten Sommer (im Video absichtlich nicht zu sehen).Aufstieg im Jahr 2008 Aufstieg im Jahr 2008Und regelmäßig werden diese wieder entfernt. Wir stehen also an der für Wanderer wirklich schwierigen Passage und mühen uns, einen Einstieg zu finden. Nach dem Regen der letzten Tage ist der Felsen nass und rutschig. Vor Jahren – die beiden Fotos stammen aus dem Jahr 2008 – lag hier wenigstens noch ein Baumstumpf, der den ersten Antritt deutlich erleichterte.  Der Stumpf ist allerdings nicht mehr vorhanden (verfault oder beseitigt). Weiterlesen

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Sächsische Schweiz: Wandertipps

Der erste Wandervorschlag führt uns ins Polenztal. Dieses ist nicht nur ein wildromantisches Flusstal, hier finden wir auf rund 130.000 Quadratmetern Sachsens – wahrscheinlich sogar Deutschlands – größtes Vorkommen wild wachsender Märzenbecher. Wer zur Blüte in Richtung Bockmühle läuft, wird Scharen von Spaziergängern begegnen, die sich dieses Naturschauspiel nicht entgehen lassen wollen. Eine kurze Wanderung dazu habe ich bereits beschrieben. Ein Besuch des Tales lohnt sich aber auch nach der Märzenbecherblüte.

Polenztal - Märzenbecherblüte Polenztal - Märzenbecherblüte Polenztal - Märzenbecherblüte

Als Ausgangspunkt der kleinen Tour wählten wir den Ort Polenz. Mit dem Auto ist er von Stolpen oder Neustadt (Sachsen) aus, gut zu erreichen. Einen ausgeschilderten Parkplatz wird man allerdings vergeblich suchen. Hier ist etwas Fantasie gefragt, wenn man konform zur Straßenverkehrsordnung sein Gefährt abstellen will. Der Wanderweg ist mit einem roten Punkt gut markiert. Mit der Böhmwanderkarte Stolpen und das Stolpner Land, zwischen Wesenitz und Polenztal, 1:20.000 (ISBN 978-3-910181-14-4) in der Hand ist das Verlaufen praktisch unmöglich. Ohne größere Höhenunterschiede führt die Wanderung fast immer in unmittelbarer Flußnähe entlang der Polenz bis zur Bockmühle. Weiterlesen

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Winter adé

Blick zum Wilden Kaiser

Blick zum Wilden Kaiser

Der Winter 2018/2019 hat uns Flachländer wohl endgültig verlassen. Auch in den bescheidenen Höhenlagen des Osterzgebirges (Kahleberg 905 m) liegen nur noch wenige Schneereste, die Lifte stehen bereits seit zwei Wochen still. Die Wintersaison in den Mittelgebirgen war also nicht besonders lang, aber ob des reichlich gefallenen Schnees von Mitte Dezember bis Ende Februar sehr gut.

Immerhin konnte ich 11 Tage auf Skiern verbringen, was recht ordentlich ist, wenn man bedenkt, dass ich aus dem Tiefland komme und nur am Wochenende die Möglichkeiten nutzen konnte, die das teilweise herrliche Winterwetter bot. Hier eine kurze Chronologie zum Wintersportspaß und damit verbunden ein kleines Fazit.

Für uns völlig überraschend hatte es Mitte Dezember zum ersten Mal ordentlich geschneit. Der in tieferen Regionen gefallene Regen hatte das Osterzgebirge mit einer 40 Zentimeter hohen Schneeschicht bedeckt. Deshalb führte mein erster Weg am 16.12.2018 nach Geising an den Skilift. Beste Bedingungen herrschten am Hang. Die Sonne ließ sich zwar nur zeitweise blicken, die Piste war aber bestens präpariert und der Ansturm der Skifreunde hielt sich noch in Grenze. Ein gelungener Auftakt!

Geising - Abfahrtshang

Geising – Abfahrtshang

Pünktlich zu Weihnachten setzte das übliche Tauwetter ein. Da ich noch bis kurz vor dem Heiligen Abend meine Brötchen verdienen musste, hatte ich auf bessere Bedingungen um den Jahreswechsel gehofft. Leider waren die Wetteraussichten schlecht. Am 28.12.2018 fuhren wir trotzdem nach Altenberg. Bei Nieselregen und sehr vielen Leuten auf dem kleinen Hang hielt sich das Skivergnügen in Grenzen.

Altenberg - Abfahrt im Regen

Altenberg – Abfahrt im Regen

Im Januar kam dann der „zweite große Schnee“, leider im Schlepptau mit heftigen Stürmen. Viele Windbrüche machten die geplante Langlauftour über den Erzgebirgskamm unmöglich. In Vorbereitung unseres einwöchigen Winterurlaubs in St. Johann in Tirol, nutzte ich deshalb die Gelegenheit, nochmals in Geising meine Stabilität auf den Abfahrskiern zu testen.

Ende Januar ging es nach Österreich. Über zwei Meter Schnee am Kitzbühler Horn, toll präparierte Pisten und Loipen sorgten dafür, dass wir ein sechstägiges Skivergnügen in vollen Zügen genießen konnten. Wie immer, wenn die Bedingungen es hergeben, waren wir drei Tage in der Loipe und ich noch drei Tage an einem richtig großen Hang auf der Piste unterwegs. Einziges Manko: Die ständig steigenden Preise an der Skipiste. Wir waren in den letzten sechs Jahren vier Mal in St. Johann in Tirol. Jedes Mal waren die Preise für den Skipass gestiegen. Gab es früher auch noch Halbtageskarten für reichlich dreißig Euro und einen Ganztagespass für weniger als 40 Euro, mussten die Skifreunde in diesem Jahr bereits 45 Euro für den Tagespass und 39 Euro für eine Dreistundenkarte hinlegen.

Abfahrt am Kitzbühler Horn - St. Johann in Tirol

Abfahrt am Kitzbühler Horn – St. Johann in Tirol

Abfahrt am Kitzbühler Horn - St. Johann in Tirol

Abfahrt am Kitzbühler Horn – St. Johann in Tirol

St. Johann in Tirol: traumhafte Bedingungen in der Loipe

St. Johann in Tirol: traumhafte Bedingungen in der Loipe

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