Sächsische Schweiz – Stiegentour downhill

Archiv – ruebezahlstiege.de/blog – Artikel vom April 2010:

 

Nochultmativere Stiegentour?

Nochultmativere Stiegentour?

Schon lange beschäftigte mich der Gedanke, die Rübezahlstiege und die Häntzschelstiege einmal abzusteigen. Bisher hatte ich noch keinen Bericht darüber gelesen. Im Aufstieg kannte ich die beiden Stiegen natürlich, schließlich zählt die rustikale Rübezahlstiege zu meinen Lieblingsrouten und gibt dem Blog hier sogar seinen Namen. Mit Teuchi und Ingolf ging es also an einem Dienstag Ende März los. Da beide den Frühstücksplatz noch nicht kannten, hatte ich mir folgende Runde ausgedacht:

Oberer Terrassenweg

Oberer Terrassenweg

Beuthenfall – Wolfsfalle hoch in die Affensteine – Oberer Affensteinweg (Obere Affensteinpromenade)/Reitsteig – Rübezahlstiege downhill – Heringsgrund/Falkoniergrund – Rotkehlchenstiege wieder Aufstieg in die Schrammsteine – Oberer Terrassenweg – Frühstücksplatz – Schrammsteinweg/Zurückesteig – Langes Horn – Häntzschelstiege downhill – Beuthenfall. Insgesamt kamen so fast 21 Kilometer zusammen. Ich hatte meinen neuen HD-Camcorder mitgenommen und wollte einen Videoclip der Tour zusammenstellen. Nur leider spielte der Camcorder nicht so richtig mit. Zum Schluss versagte er gänzlich. Deshalb ist vom Abstieg durch die Häntzschelstiege fast nichts zu sehen – alternativ einige Bilder von Ingolf dazu. Eine relativ ausführliche Beschreibung unserer Stiegentour gibt es auf Zwillingsstiege.de auch mit den entsprechenden Hinweisen, was man tun sollte und lieber nicht. Also bitte dort lesen. An dieser Stelle folgen noch einige kurze Hinweise zu den Stiegen:

Wolfsfalle

Wolfsfalle

Wolfsfalle: Sie ist eine der wohl am wenigsten bekannten Steiganlagen der Affensteine und wäre wohl bald gänzlich in Vergessenheit geraten. Damit dies nicht passiert, weise ich immer wieder darauf hin. Die eigentliche Stiege ist nicht allzu lang, vielleicht 40 bis 50 Meter und durch wenige Stahlklammern und Griffe gesichert. Aber bereits der Zugang ist sehr steil und der Aufstieg durch die Wolfsfalle ist eine durchaus recht schweißtreibende Angelegenheit.

Rübezahlstiege (Detailbeschreibung hier): Der gesamte Rübezahlweg, wie er oft früher auch bezeichnet wurde, ist fast einen Kilometer lang, das Steilstück mit der eigentlichen Steiganlage vielleicht 50 Meter. Die Stiege wird seit langer

Rübezahlstiege downhill

Rübezahlstiege downhill

Zeit nicht mehr gepflegt. Da mittlerweile auch (fast) keine Beschilderung mehr für den Zugang vorhanden ist, muss man davon ausgehen, dass die Rübezahlstiege dem Verfall preisgegeben wird. Sie befindet sich bereits jetzt in einem sehr rustikalen Zustand. Am beiden Enden (Einstieg und Ausstieg) der Steilwand wurde Stahlklammern abgesägt, der Ein- und Ausstieg wird damit zur ungesicherten Felskletterei. Leider wurde auch in der Höhle, die zu durchkriechen ist, eine Klammer entfernt. Der Abstieg gestaltete sich für uns relativ problemlos. Lediglich beim Abklettern der letzten drei Meter ohne Halterungen war etwas mehr Vorsicht gefragt. Hier kamen uns aber die guten Kenntnisse mehrerer Aufstiege entgegen.

Rotkehlchenstiege: Der untere Teil der Steiganlage ist dabei keine große Herausforderung. Über Holzschwellen und Reste

Rotkehlchenstiege

Rotkehlchenstiege

von Steinstufen erklimmen wir die ersten Höhenmeter. Wir erreichen den Abzweig zum Unteren Terrassenweg. Man sollte aufmerksam auf die Bergpfadmarkierung achten, um nicht versehentlich in den Terrassenweg abzubiegen. Nun wird der Aufstieg anspruchsvoller. Wir erreichen eine Holzstiege und gewinnen auf ihr schnell an Höhe. Weiter geht es durch eine Felskerbe über Steinstufen oder deren Reste. Stahlklammern dienen gelegentlich zum Festhalten. Auf den letzten Metern helfen einige eingelegte Spreizhölzer beim Aufstieg. Wir erreichen schließlich den Oberen Terrassenweg, den wir zur weiteren Tour nutzten.

 

Häntzschelstiege

Häntzschelstiege (Detailbeschreibung hier): Der Einstieg in die Häntzschelstiege vom Langen Horn aus ist schon eine kleine Herausforderung. In luftiger Höhe geht man über die Felsen zum sehr ausgesetzten Einstieg (downhill gesehen). Jetzt geht es fast senkrecht hinunter. An den Halteeisen Übertritt auf die andere Felsseite und auf Stahlklammern weiter Richtung Kamin. Beim Abstieg durch den Kamin bemerkte ich erstmals so richtig, dass die Wand hier

Häntzschelstiege downhill

Häntzschelstiege downhill

teilweise leicht überhängend ist, was sich als unangenehm erwies. Im unteren Teil ist es eigentlich gleich, in welche Richtung man die Querung geht, nur die letzten drei Meter haben es wieder in sich. Ohne Steighilfe gilt es hier abzuklettern.

Videoclip hier!

(die meisten Fotos diese Beitrags stammen von Ingolf Uhlig)

Nachtrag vom September 2010

Beschilderung März 2010

Beschilderung März 2010

In einer relativ langen Erläuterung zu unserer Tour am 30. März 2010 hatte ich darauf hingewiesen, dass es zwar nur unter größter Vorsicht und Rücksichtnahme möglich ist, die Häntzschstiege abwärts zu gehen, aber prinzipiell war dies damals noch möglich. Ein freundlicher Leser unserer Internetseiten wies mich darauf hin, dass es jetzt untersagt sei. Und tatsächlich, ein neues Schild der Nationalparkverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, das die Häntzschelstieg nur im Aufstieg zu begehen ist. Immerhin im freundlich Ton gehalten – das hatte ich schon anders erlebt (Weberschlüchte, das Schild wurde zwischenzeitlich wieder entfernt).

heute: Sommer 2010

Beschilderung Sommer 2010

Beschilderung Sommer 2010

Da die Häntzschelstiege mittlerweile ein Bergpfad für den Massentourismus geworden ist – oft bilden sich lange Schlangen am Einstieg – muss man die „Einbahnstraße“ Häntzschelstiege akzeptieren. Als Alternative für den Schlussabstieg zur „noch ultimativeren Stiegentour“ bieten sich das Schwarze Loch oder die Wilde Hölle an. Letztere ist immerhin auch ein markierter Weg.

Aussicht vom Langen Horn

Aussicht vom Langen Horn

Aussicht vom Langen Horn

Aussicht vom Langen Horn

Aussicht vom Langen Horn

Aktuelle Beschreibung der “noch ultimativeren” Stiegentour auf zwillingsstiege.de.

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