Düschdsch diessch

Kipphornaussicht

Kipphornaussicht: trübes Wetter statt ‚Goldener Oktober‘

Ich hatte zum Geburtstag einen Gutschein für den Besuch der Gaststätte auf dem Großen Winterberg erhalten und stand nun vor einem Problem: Die Bergwirtschaft & Herberge “Großer Winterberg” schließt am 31.10.2016 ihre Pforten. Wahrscheinlich für immer oder zumindest für eine (sehr) lange Zeit.

Trotz der nicht gerade vielversprechenden Wetteraussichten entschlossen wir uns am vergangenen Sonntag zu einer Wanderung auf den Großen Winterberg. Natürlich sollte die Tour einigermaßen interessant werden.

Deshalb hier zunächst die Kurzbeschreibung:
Start am Parkplatz etwa einen Kilometer vor Schmilka (kostenpflichtig, derzeit 3 Euro für die Tageskarte) – Holzlagerplatzweg – Aspenbloß (oder jetzt Aspenbloss?) – Aufstieg Breite Kluft – Oberer Terrassenweg bis Rotkehlchenstiege – Zurückesteig (Markierung blauer Strich) – Reitsteig (Markierung blauer Strich) – Großer Winterberg – Winterbergstraße (Markierung roter Punkt) bis Kipphornaussicht – zurück bis Abzweig Bergsteig – Bergsteig (Markierung grüner Strich) bis kurz vor Schmilka – unmarkierter Waldweg bis Holzlagerplatzweg und diesen zurück zum Parkplatz.

Gesamtlänge der Wanderung: knapp 13 km, ca. 4 h reine Gehzeit. Es ist ein beachtlicher Auf- (Aspenboß) und Abstieg (Bergsteig) über eine relativ kurze Wegstrecke zu bewältigen. Für den Oberen Terrassenweg ist an einigen Stellen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Vorteil.

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Unsere Wanderung auf dem Kartenausschnitt einer Open Street Map Karte – Copyright: Creative Commons Attribution Share Alike-Lizenz 2.0

Wir beginnen die Wanderung am Parkplatz etwa einen Kilometer vor Schmilka. Dieser liegt – von Bad Schandau kommend – auf der rechten Seite der Straße in Elbnähe und ist an diesem Oktobertag gegen 10.00 Uhr nur mäßig besetzt. Wir überqueren die Straße und gehen den direkt gegenüberliegenden breiten Waldweg bergan. Es handelt sich um den unmarkierten Holzlagerplatzweg, der uns nach etwa 300 Metern zum Abzweig Aspenbloß führt. Die Beschilderung weist zum Elbleitenweg und zum Aufstieg Breite Kluft. Es geht jetzt auf dem zwar unmarkierten – aber gut ausgebauten – Weg recht steil bergan. Nach einer knappen halben Stunde stehen wir vor dem Aufstieg zur Breiten Kluft (Markierung grüner Strich), der weiter zum Schrammsteingratweg und zur gern besuchten Schrammsteinaussicht führt.

Aspenbloß Aspenbloß Aufstieg Breite Kluft Aufstieg Breite Kluft

Zu dieser wollen wir heute allerdings nicht, sondern biegen kurz vor dem Erreichen des Schrammsteinweges (Markierung blauer Strich) in den hier noch recht breiten Oberen Terrassenweg nach rechts (also in östliche Richtung) ab. Der Obere Terrassenweg ist als Kletterzugang markiert (den unscheinbaren schwarzen Pfeil findet man nur bei aufmerksamer Suche). Was hier als bequemer und breiter Wanderweg beginnt, wird später schmal und teilweise etwas ausgesetzt. Der Obere Terrassenweg gilt für mich als einer der schönsten rechtselbischen Wanderwege mit herrlichen Aussichten in den Rauschengrund, den Falkoniergrund, den Schmilkaer Kessel und zu den linkselbischen Tafelbergen, wenn das Wetter mitspielt. An diesem Tag spielt es nicht mit. Zwar drückt die Sonne immer wieder durch den Hochnebel, aber die Fernsicht kann man nicht als solche bezeichnen. Es ist eben ‚ düschdsch diessch‘ (sehr oder tüchtig diesig) wie der einheimische Wanderer gern dazu sagt.

Blick vom Oberen Terrassenweg Grossvaterstuhl Oberer Terrassenweg Oberer Terrassenweg

Nach einem kurzen Probesitzen auf dem recht feuchten Großvaterstuhl verlassen wir den Terrassenweg an der Rotkehlchenstiege und folgen dem Zurückesteig (Markierung blauer Strich) bis zum Abzweig am Langen Horn (Carolaaussicht in etwa 10 Minuten von hier zu erreichen). Jetzt wird es unspektakulär. Der mit dem blauen Strich markierte Reitsteig führt uns zum Großen Winterberg. Vom Abzweig Langes Horn sollen es laut Wegweiser 60 Minuten bis zum Gipfel des Großen Winterbergs sein. Na, ganz so lange brauchen wir nicht. Der breite Wanderweg verläuft ohne größere Höhenunterschiede an schönen Aussichtspunkten vorbei (zum Beispiel an der Fluchtwand). Da aber heute keine Aussicht zu genießen ist, laufen wir weiter, am Borkenkäferwald vorbei, lassen den neuen Bergpfad auf den Kleinen Winterberg links und den Ausstieg der Rübezahlstiege rechts liegen und gelangen schließlich an den Schlussanstieg zum Gipfel des Großen Winterbergs.

Zurückesteig Gasthaus Groß Winterberg Kipphornaussicht Bergsteig

Die Gaststätte ist gut besucht. Wir haben Glück und finden gerade noch ein Plätzchen. Die Bevorratung der Speisen scheint sich schon auf das Schließungsdatum der Gaststätte hinzudeuten, statt Klöße gibt es Knödel, statt Preisebeeren Möhren. Das Essen schmeckt trotzdem und der Gutscheinstress hat ein Ende.

Nach der Mittagsrast wollen wir unser Glück noch einmal an der Kipphornaussicht versuchen. Das ist wirklich ein genialer Aussichtspunkt. Nur heute nicht. Die Sonne ist fast gänzlich verschwunden und es ist immer noch ‚ düschdsch diessch‘. Also gehen wir das kurze Stück auf der Winterbergstraße (Markierung roter Punkt) wieder zurück und wählen den direkten Abstieg über den Bergsteig nach Schmilka. Auf kurzer Strecke geht es hier etwa 450 Höhenmeter bergab. Bergauf kommen uns einige ‚späte Wanderer‘ schwer keuchend entgegen. Kurz vor dem Erreichen des Ortes – die ersten Häuser bereits in Sicht – biegen wir nach rechts in einen unmarkierten breiten Waldweg ab, der uns wenige Meter später zum Beginn des Holzlagerplatzweges führt. Bis zum Parkplatz sind es jetzt noch etwa 20 Minuten.

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Eine Antwort auf Düschdsch diessch

  1. Rahmhanke sagt:

    Zitat Marc Henkenjohann: “Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das Land künftig an den Investitionen beteiligen wird/muss und es zeitnah weiter geht.”

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