Grönland – finale Version…

Eisfjord

…steht jetzt bereit auf www.4FunWeb.de. Nach vier Wochen Pleiten, Pech und Pannen ist es endlich geschafft. Nach einem missglückten Versuch der Windows-10-Upgrades und der plötzlichen Zugangsverwehrung meines Youtube-Accounts hat es etwas länger gedauert, bis der Bericht unserer Grönlandreise online gehen konnte. Zu den technischen Problemen werde ich nächste Woche in meinem IT-Blog noch berichten. Das dürfte auch für andere technikaffine Leser interessant sein.

Wegen der Fülle der Informationen, habe ich die Beschreibung unserer Wanderungen in Grönland auf der Website nur kurz gefasst. Als Zugabe deshalb hier eine ausführlichere Geschichte:

Wanderung Ilulissat – Eisfjord

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Karte zur Wanderung

Die meisten Touristen, die Ilulissat nur einen Kurzbesuch abstatten, wie zum Beispiel die Teilnehmer an Kreuzfahrten, buchen eine „Wanderung“ über die alte Inuit-Siedlung Sermermiut zum Eisfjord. Tatsächlich ist dies nur ein Spaziergang auf einem mit Holzbohlen ausgelegten Weg. Die Spaziergänger werden dazu meist vom Hafen bzw. vom Büro des Veranstalters World of Greenland mit dem Bus bis zum alten Helikopterlandeplatz chauffiert. Dann sind es weniger als zwei Kilometer bis zum Eisfjord. Also nichts für uns. Die tatsächliche Wanderung beginnt am Steinbruch am Stadtrand von Ilulissat zunächst mit der Suche nach dem rechten Weg. Im Steinbruchgelände haben sich einige kleine Firmen angesiedelt und hier ist auch einer der vielen Plätze außerhalb der Stadt, an denen die Schlittenhunde ihr angekettetes Dasein während des Sommers fristen. Die Hunde werden hier eben als reine Nutz- bzw. Arbeitstiere betrachtet. Eine Diskussion darüber sollte man mit Grönländern nicht führen.

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Die blaue Wegmarkierung führt uns dann tatsächlich fast mitten durch die (angeketteten) Hunde mit ihrem für uns nicht unbedingt angenehmen Geruch. Schnell lassen wir den Startpunkt hinter uns. Wenige Schritte weiter sind wir schon ganz allein. Der Pfad steigt schnell in ein felsiges Gelände an. Wir befinden uns in Qoororsuaq (Inuit-Sprache), was nichts anderes als „Schlucht“ bedeutet. Im felsigen Gelände führt der findige oben genannte Veranstalter sogar Kletterkurse durch. Das kann ich mir im Hochsommer nicht richtig vorstellen – bei der Mückendichte pro Quadratmeter Felsen. Und Klettern mit Mückennetz macht bestimmt keinen Spaß. Beim Wandern geht das noch. Für den ersten Teil der Wanderung sind knöchelhohe Bergschuhe durchaus zu empfehlen. Ich hatte darauf verzichtet. Hinterher ist man schlauer.

Wir gewinnen im relativ steilen Gelände schnell an Höhe – Gesamtaufstieg knapp 200 Höhenmeter – und erreichen nach einer reichlichen halben Stunde einen kleinen Bergsee. Von hier aus kann man in der Ferne sogar das Inlandeis erkennen. In einem Bogen wendet sich der markierte Weg von südlicher in westliche Richtung und wir erreichen in leichtem bergauf-bergab schließlich den Eisfjord. Im Gegensatz zu unserem ersten Besuch (Titelbild) herrscht am heutigen Tage strahlender Sonnenschein, wie fast immer während unseres Grönlandaufenthalts. Also genießen wir zunächst die Aussicht über die gigantischen Eismassen.

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Der immer gut markierte Weg geht jetzt praktisch parallel zum Eisfjord entlang. Am Aussichtspunkt Seqinniarfik (dänisch Holms Bakke) trifft der rot markierte Wanderweg vom Heliport auf unsere Route. An diesem Aussichtpunkt treffen sich die Einwohner Ilulissats jedes Jahr am 13. Januar, um die Rückkehr der seit November „verschwundenen Sonne“ zu feiern. Weiter führt uns der Weg an einer alten Inuit-Grabstätte vorbei (nicht markiert, liegt etwas abseits vom Weg). Die Inuit begruben ihre Toten in Hockstellung mit Blick zum Meer. Der aufmerksame Wanderer kann in die Gräber hineinschauen und sieht noch die Gebeine. Detailfotos davon werde ich aus Achtung der alten Kultur an dieser Stelle nicht veröffentlichen.

Schließlich gelangen wir zum Ort des Massentourismus, dem Aussichtspunkt oberhalb der alten Inuit-Siedlung Sermermiut. Erwähnenswert ist hier der Ort Nakkaavik, die so genannte Altweiberkluft (dänisch Kællingekløften). Der Sage nach sollen sich früher die alten Frauen hinuntergestürzt haben, wenn sie der Inuitgesellschaft keinen Nutzen mehr bringen konnten und die Nahrung knapp wurde. Dann gehen wir mal schnell dran vorbei, nicht, dass wir bei unserem Alter hier noch ausrutschen.

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Von der mehrfach erwähnten – wahrscheinlich 4.000 Jahre lang von verschiedenen Inuit-Kulturen bewohnten – Siedlung Sermermiut kann man nur vom Holzbohlenweg aus die Ausgrabungen betrachten. Denn das Verlassen des Weges wird ausdrücklich untersagt. Wir befinden uns jetzt in einem streng geschützten Gebiet mit Weltkulturerbestatus. Die letzten 1,7 Kilometer auf dem Bohlenweg teilen wir mit vielen Touristen. Trotzdem lohnen kleine Pausen, um die einzigartige arktische Flora zu genießen…

Weitere Informationen zu unserer Grönlandreise und viele Fotos findet ihr auf der Website www.4FunWeb.de.

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