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Wandertouren an der Küste
und im Bergland der Algarve
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Die vier
nachfolgend beschriebenen Touren hatten wir
bereits mit der Reise gebucht. Zum
Startpunkt wurden wir mit dem Bus gefahren,
am Ende auch von diesem wieder abgeholt. Da
die Streckenwanderungen nur zwischen 6 und
9 km lang sind, kann man sie auch mit einem
Mietwagen absolvieren, indem man zum
Fahrzeug zurückläuft.
Vom Kap
São Vicente nach Sagres (ca. 9 km)
Eine Wanderung an der südwestlichen Spitze
Portugals bietet unvergessliche Eindrücke.
Diese Region der Algarve, an der Atlantik
und das europäische Festland
aufeinandertreffen, wird durch eine
Landschaft mit rauer Steilküste und
schroffen Klippen geprägt. Sie erlangte im
Mittelalter historische Bedeutung als
Ausgangspunkt bedeutender Seefahrten.
Die Tour beginnt am Kap São Vicente, dem
südwestlichsten Punkt des europäischen
Festlands. Dieser Ort war einst das „Ende
der Welt“ für die alten Europäer und hat
eine faszinierende Geschichte. Am Kap steht
der within sichbare Leuchtturm, der Schiffe
vor den gefährlichen Klippen schützt. Von
hier bietet sich ein atemberaubenden Blick
über das Meer und die steilen,
windgepeitschten Klippen. Der Leuchtturm,
der auf einem ehemaligen Franziskanerkloster
errichtet wurde, ist einer der hellsten
Europas und bietet die perfekte Kulisse für
den Start unserer Wanderung. Den genauen
Verlauf zeigt die Open Street Map Karte.

Der Weg führt entlang der Klippen in
östlicher Richtung nach Sagres. Die Strecke
bietet mehrere spektakuläre Ausblicke auf
das tosende Meer und die steilen Felswände,
die tief ins Wasser abfallen. Der gut
begehbare Pfad erfordert an einigen Stellen
Trittsicherheit. Die Vegetation entlang der
Route ist typisch für die Algarve-Küste:
niedrige Sträucher, Wildblumen und
mediterrane Kräuter, die den rauen
Bedingungen des Atlantiks trotzen.
Aufmerksamen Beobachtern werden Seevögel
nicht entgehen, die entlang der Küstenlinie
kreisen. Besonders eindrucksvoll sind die
riesigen Wellen, die hier oft an die Klippen
schlagen und die wilde Natur dieser Gegend
unterstreichen.
Kurz vor der Stadt
Sagres erreichen wir die Baleeira-Bucht, die
einen schönen Kontrast zu den wilden Klippen
bietet. Hier befindet sich ein natürlicher
Hafen, der von Fischern und Bootsfahrern
genutzt wird. Die sanfteren Wellen in der
Bucht laden zu einer kurzen Pause ein, mit
etwas Glück kann man eines der
traditionellen Fischerboote beobachten, die
noch immer auf den Atlantik hinausfahren.

Sagres selbst ist ein ruhiger Ort mit
einer tiefen Verbindung zur Seefahrt und
Geschichte. Hier gibt es einige gemütliche
Cafés und Restaurants, die zu einer Pause
einladen. Am Rande der Klippen befindet sich
die berühmte Festung, ein historisches
Wahrzeichen, das eng mit den
Entdeckungsreisen Portugals im 15.
Jahrhundert verbunden ist. Die Festung
Sagres wurde von Heinrich dem Seefahrer
gegründet, der hier eine Navigationsschule
betrieben haben soll. Ein kleine Ausstellung
bietet Einblicke in die maritimen
Erkundungen der Portugiesen zum Beginn des
Zeitalters der großen Entdeckungsreisen. Die
Anlage wird durch eine imposante Mauer
geschützt. Im Inneren kann man die Rosa dos
Ventos, einen großen Windkompass,
besichtigen. Es wird vermutet, dass er zur
Navigation und Orientierung genutzt wurde.
Die Küstenwanderung von Vila
Senhora da Rocha nach Benagil (ca. 7 km)
gehört zu den spektakulärsten Wegen der
Algarve. Die Tour führt entlang senkrechter
Felsklippen, an malerischen Stränden vorbei
und bietet immer wieder Aussichten auf das
türkisfarbene Wasser des Atlantiks. Auf der
OSM-Karte lässt sich die Routenführung
verfolgen.

Start ist in Vila Senhora da Rocha,
einem charmanten Küstendorf, das für seine
kleine, auf einer Landzunge gelegene
Kapelle, die Capela de Nossa Senhora da
Rocha, bekannt ist. Den Panoramablick auf
die Küste und die umliegenden Strände sollte
man sich nicht entgehen lassen. Gleich zu
Beginn führt der Weg entlang der Steilküste
mit bizarren Klippen. Immer in Richtung
Osten laufen wir an mehreren versteckten
Buchten und kleineren Stränden vorbei. Zu
den Höhepunkte dieser Etappe gehört der
berühmte Praia da Marinha, einer der
schönsten Strände Europas mit imposante
Kalksteinformationen und Felsbögen, die aus
dem Wasser ragen. Ein idealer Ort für eine
Pause, um das Panorama zu genießen und ein
paar Fotos zu schießen.
Weiter geht
es auf schmalen Pfaden, die direkt an den
Klippen entlangführen. Die Felsen sind
durchzogen von üppiger Vegetation mit
typischen mediterranen Pflanzen, wie Thymian
und Rosmarin. Unterwegs gibt es immer wieder
schöne Aussichtspunkte, von denen auch
versteckten Höhlen tief unter uns am Merr zu
bestaunen sind.

Als Highlight der Wanderung wird das
berühmte Algar de Benagil, eine der
bekanntesten Meereshöhlen der Algarve in
Reiseführern angekündigt. Diese große,
natürliche Grotte mit einem Loch in der
Decke wird oft als einer der schönsten Orte
Portugals bezeichnet. Vom Wanderweg aus gibt
es allerdings nur eine – durch Holzblanken
stark beschränkte - Aussicht auf die Höhle von
oben, der Zugang ist nur vom Meer aus
möglich. Ein von uns am übernächsten Tag geplanter Bootsausflug fiel
leider dem Regenwetter, verbunden mit starkem
Wind und hohem Seegang zum Opfer.
Die
Wanderung endet am Praia de Benagil, einem
idyllischen Strand, der sich in einer
kleinen Bucht befindet. Hier bietet sich die
Möglichkeit zu einer Rast, bei schönem
Wetter auch zum Bad im Atlantik. Für die -
je nach Abstechern - 6 – 8 Kilometer lange
und mittelschwere Wanderung ist an einigen
Stellen Trittsicherheit erforderlich, da
einzelne Aussichtspunkte an ausgesetzten
Küstenstellen liegen.
Eine
Wanderung von Quinta do Lago durch das
Naturschutzgebiet der Ria Formosa verbunden
mit der Besichtigung von Faro und der Kirche
São Lourenço in Almancil bietet
eine sehr schöne Kombination aus großartiger
Natur und kulturellen Sehenswürdigkeiten.
Diese Tour führt durch die Lagunenlandschaft
der Algarve und endet mit Besuchen
historischer und architektonischer
Highlights. Unsere Wanderung beginnt in
Quinta do Lago, einem exklusiven Ferienort
an der Algarve, der bekannt ist für seine
luxuriösen Villen, Golfplätze und die Nähe
zur Natur. Von hier aus führt der Weg direkt
in das Naturschutzgebiet Ria Formosa, eines
der wichtigsten Feuchtgebiete Portugals.
Das Ria Formosa ist ein
Küstenlagunen-System, das sich über rund 60
Kilometer erstreckt. Es besteht aus einer
Reihe von Sandbänken, Salzmarschen, Dünen
und Inseln und ist besonders für seine
reiche Vogelwelt bekannt. Der Wanderpfad
führt über Holzstege und Schotterwege durch
Salzwiesen und Lagunen. Mit etwas Glück
lassen sich im Herbst Vögel beobachten,
darunter Flamingos, Reiher, Kiebitze und
andere Zugvögel, die hier Rast machen. Die
Strecke ist flach und angenehm zu gehen. Immer wieder bieten sich tolle
Ausblicke auf die Inseln und Sandbänke, die
das Ria Formosa von der offenen See trennen.

An einer Abzweigung gelangen wir zur
offenen Küste der Sandalgarve. Leider ist
uns das Wetter an diesem Tag nicht gewogen.
Immer wieder kommen kurze Regenschauer auf.
Da es auch am vorangegangenen Tag viel
Wasser von oben gab, wird der Weg plötzlich
unbegehbar. Das Unterholz neben dem Steg
erscheint kaum durchdringbar. Wir müssen
leider
umkehren. Die Stadtbesichtigung von Faro und
ein Besuch der Kirche São Lourenço in
Almancil entschädigt uns für den entgangenen
zweiten Teil der Wanderung. Mehr dazu auf
der Seite Kultur und Städte.
Unterwegs in der Serra de Monchique (ca. 9
km)
Unsere Tour zu Fuß vom Gipfel des Fóia, dem
höchsten Punkt der Algarve, hinunter nach
Gralhos ist eine leichte bis mittelschwere
Wanderung durch typische
Mittelgebirgslandschaft mit
abwechslungsreicher Natur. Der Bus bringt
uns zum Startpunkt hoch über dem Meer. Mit
seinen 902 Metern Höhe ist der Gipfel Fóia
die höchste Erhebung in der Serra de
Monchique.

Zunächst genießen wir einen
atemberaubenden Panoramablick über die
Algarve, die umliegenden Hügelketten und die
weit entfernte Küste bei klarer Sicht mit
wenigen „Fotowolken“ am Himmel. Es geht es
auf teils steinigen, aber immer gut
sichtbaren Pfaden bergab, oft umgeben von
üppiger Vegetation. Der erste Teil unserer
Tour führt durch die typischen Eukalyptus-
und Korkeichenwälder der Serra de Monchique.
Diese Region ist bekannt für ihre
aromatischen Kräuter und Wildblumen, die den
Weg säumen und den Charakter der
mediterranen Macchia prägen, ebenso wie
Erdbeerbaumgebüsch und Heidegesellschaften.

Im Verlauf der Wanderung ändert sich die
Landschaft. Die Wälder öffnen sich und
bieten Ausblicke auf sanfte Hügel und tiefer
eingeschnittene Täler. Die Gegend wird
geprägt von grünen Terrassen, auf denen
Obstbäume wie Orangen, Zitronen und
Kastanien gedeihen. Die etwas mehr als 9 Kilometer
lange Wanderung endet schließlich im kleinen
Weiler Gralhos, einer ruhigen,
abgeschiedenen Siedlung, die im Tal
liegt. Unser Bus wartet schon und bringt uns
nach Silves zu einer
Stadtbesichtigung.
Auch interessant: Ankunft
in Portugal
Städte und
Kultur
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