Unser heutiges Ziel soll die Sapadere-Schlucht
in Taurusgebirge sein. Gebucht zum günstigen
Preis von knapp 40 € pro Person über
GetYourGuide wird der Ausflug ganz entspannt. Am
Tag vor der Abfahrt erhalten wir die Abholzeit
per E-Mail mitgeteilt. Pünktlich um 8.30 Uhr
steht der Kleinbus vor unserem Hotel. Etwa 90
Kilometer Fahrt ins Gebirge liegen vor uns.
Zunächst geht es in östlicher Richtung bis zum
bekannten Badeort Alanya.
Unser Fahrer, der gleichzeitig auch als Guide
fungiert und Deutsch und Englisch spricht,
bringt uns zunächst auf Serpentinen zu einem
Aussichtspunkt hoch über der Stadt. Obwohl es
etwas dunstig ist, bietet sich uns eine
hervorragende Aussicht auf die Küste mit der
Halbinsel, auf der die Altstadt erbaut wurde.
Weiter geht die Fahrt Richtung Taurusgebirge mit
kurzem Zwischenstopp an eine Bananenplantage.
Wegen der guten Wasserversorgung im Stau des
Gebirges und der günstigen Klimabedingungen
gedeihen die Früchte zwischen Meeresküste und
Bergland gut. Die Ernte ist schon erfolgt,
deshalb dürfen wir die Plantage zur Besichtigung
betreten.
Nächster Halt – bereits in den Ausläufern des
Taurusgebirges – ist die Cüceler Höhle
(Zwergenhöhle). Die Höhle erreicht man über
einen knapp 200 Meter langen Holzbohlenweg.
Am
Beginn des Weges wird ein kleines Eintrittsgeld
fällig, das auch in Euro bezahlt werden kann.
Vor dem Höhleneingang öffnet sich auf einer
Aussichtsterrasse ein weiter Talblick. Die sechs
Stollen innerhalb der stark verkarsteten Höhle
sind mit Holzwegen und über Stufenreihen gut
erreichbar und durchgängig beleuchtet. Für den
Besuch der etwa 170 Meter langen
Gesamtwegstrecke sollte man 30 Minuten
einplanen. In die teilweise recht engen Gänge
ragen Stalagmiten und Stalagtiten hinein. Diese
bis zu 15.000 Jahre alten Felsgebilde sind reich
an Mineralien und schimmern in verschiedenen
Farben, weshalb die alternative Namensgebung
„Regenbogenhöhle“ entstand. Der eigentliche Name
geht auf die Erzählung zurück, nachdem ein
Zwerg, dem Gewalt von seiner Familie widerfuhr,
um 1900 hier Schutz suchte. Ein Hirte fand ihn
und informierte seine Familie, die ihn
schließlich wieder zu Hause aufnahm. Leider
wurden die Wände durch zahleiche Ritzungen
teilweise stark verunreinigt. Wie so oft, können
sich einige Touristen einfach nicht benehmen.
Langsam nähern wir uns nun dem Höhepunkt unserer
Tour, der Sapadere-Schlucht. Bevor wir mit
unserer kleinen Wanderung beginnen können,
öffnet der Himmel allerdings seine Schleusen.
Regen war für den ganzen Tag angekündigt. Zum
Glück blieb es bei einem reichlich einstündigen
Schauer. Wir nutzen die Zeit für eine ausgiebige
Mittagsrast.
Frisch gestärkt geht es in die enge Schlucht
hinein. Der 750 Meter lange Canyon ist über die
Jahrhunderte durch die erodierende Wirkung von
Wasser und Wind entstanden. Steile Felswände
ragen an beiden Seiten bis zu einer
beeindruckenden Höhe von 400 Metern auf.
Auf Stahlstützen erbaut, führt ein aus
Holzplanken belegter Weg leicht bergan in die
Schlucht hinein. Bäume säumen den Weg. Man kommt
immer wieder an kleineren Wasserfällen vorbei.
Nach wenigen Minuten gelangen wir zu einem
Gumpen. Bei hochsommerlichen Temperaturen bietet
sich die Möglichkeit zu einem Bad im klaren,
allerdings sehr kalten Wasser.
Einige Meter
weiter führen steile Leitern aus der Schlucht
hinaus. Wer genügend Zeit hat, kann aus luftiger
Höhe in den tiefen Canyon hinabschauen. Den
Abschluss des begehbaren Teils der
Sapadere-Schlucht bildet ein recht
eindrucksvoller Wasserfall, ein schönes
Fotomotiv. Zurück geht es auf dem gleichen Weg.
Unser Guide erwartet uns bereits.
Zwischenzeitlich scheint wieder die Sonne. Mit
einigen schönen und bleibenden Eindrücken
erreichen wir am späten Nachmittag wieder unser
Hotel in Side.
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