Wir hatten auch diese Tour über die
Vermittlungsplattform GetYourGuide gebucht.
Pünktlich werden wir um 8.30 Uhr an unserem
Hotel abgeholt. Zunächst wird klar, weshalb das
Angebot für diesen Ganztagesausflug mit knapp 30
€ pro Person so unschlagbar günstig ist: Wir
werden zu einem Sammeltransport gefahren, der
Leute, die zu unterschiedlichen Aktivitäten
starten wollen, zum Aktivcamp am Fluss
Köprüçay bringt. Hier, in
den Ausläufern des Taurusgebirges beginnen Jeep-
und Raftingtouren. Und eben auch unser Ausflug
zum Eagle-Canyon. Alle Gäste werden sortiert und
den einzelnen Guides zugewiesen. Das dauert
seine Zeit. Am späten Vormittag geht es dann
endlich los. Die Unannehmlichkeiten sind aber
schnell vergessen. Unser Guide spricht sehr gut
Deutsch, kennt viele interessante Geschichten
und wird uns einen erlebnisreichen Tag
bescheren.
Es
geht hoch hinauf ins Taurusgebirge. Erste
Station sind die sogenannten Human Rocks in der
Nähe des Ortes Alinkaya, bizarre Felsgebilde,
die bis zu etwa 20 Meter aufragen. Im Labyrinth
der natürlichen Skulpturen könnte man Stunden
zubringen und sich vielleicht sogar verlaufen.
Als
Freunde leichter Klettertouren schätzen wir die
Möglichkeiten ab, die sich hier bieten würden.
Es sieht allerdings nicht danach aus, dass diese
Felsen für den Klettersport erschlossen wurden.
Vielleicht ist das aus Naturschutzgründen auch
gar nicht erlaubt. Ich finde jedenfalls im
Internet keine Hinweise, wie es überhaupt kaum
Informationen zu diesen Felsformationen gibt.
Wir haben auch nur eine halbe Stunde Zeit, dann
geht es weiter. Die meisten unserer Mitreisenden
verbringen die wenigen Minuten ohnehin lieber an
den Souvenirständen.
Nächstes Etappenziel ist
die antike Stadt Selge. Sie liegt in über 1000
Meter Höhe direkt im
Köprülü-Canyon-Nationalpark. Nach
Überlieferungen wurde die Stadt nach dem
Trojanischen Krieg gegründet und durch Spartaner
besiedelt. Münzen belegen die Besiedelung
bereits seit dem 5. Jahrhundert vor Christus.
Der
Anbau von Wein und Oliven sowie die auf der
Grundlage der hier weit verbreiteten
Heilpflanzen erzeugten Arzneimittel sorgten für
großen Wohlstand. Zu den bedeutendsten Bauwerken
zählt ein Theater im griechisch-römischen Stil
mit einer Kapazität von 9.000 Personen, das
leider durch ein Erdbeben 1947 teilweise
zerstört wurde. Es ist trotzdem die größte
Touristenattraktion. Auf steilen Treppen kann
der oberste Rang erstiegen werden. Hier bietet
sich ein phantastischer Ausblick auf die bis zu
2.500 hohen Berge in diesem Teil des
Taurusgebirges.
Durch die vielen angelockten Touristen
versprechen sich Teile der Anwohner einen
lukrativen Nebenverdienst mit dem Verkauf
handgefertigter Souvenirs. Es ist nicht ganz
einfach, eine Besichtigung in Ruhe ohne die
Begleitung mehrerer „Händler“ zu genießen.
Nach
dem Mittagessen im Aktivcamp am Fluss
Köprüçay brechen wir zum eigentlichen Höhepunkt
der Tagesreise auf: zum Eagle-Canyon. So
verspricht es jedenfalls die Werbung für diesen
Ausflug. Der Kleinbus bringt und auf teilweise
abenteuerlichen Serpentinen bis zu einem
Parkplatz mitten im Wald.
Von
hier sind es vielleicht noch 500 Meter bis zur
Aussicht hoch über dem Tazi Canyon, wie dieser
tiefe Einschnitt eigentlich heißt. Der Ort hat
sich zu einem beliebten Instagram-Motiv
entwickelt, wie mein Foto dokumentiert. Damit
ist auch gleich die Schattenseite dieses
eigentlich wirklich bemerkenswerten
Aussichtspunkts genannt.
Allein ist man hier wahrscheinlich nie, teilt
sich vielmehr den Ausblick mit hunderten anderen
Touristen.
Letztes Highlight der Fahrt wird die Passage
einer alten römischen Bogenbrücke über den Fluss
Eurymedon. Auf der Single Track Road kann immer
nur ein Fahrzeug die Brücke passieren.
Wir
steigen aus, gehen zu Fuß über das Bauwerk, das
ein schönes Fotomotiv bietet, und schauen in das
tief eingeschnittene Flussbett, diesmal allein
und in aller Ruhe.
Der Rücktransfer vom Aktivcamp zu unserem Hotel
ist gut organisiert und verläuft reibungslos. Am
frühen Abend sind wir wieder in der Unterkunft.
Es ist eine wirklich zu empfehlende Tour, wenn
man die vielen Menschen am Eagle Canyon und die
fliegenden Händler in Selge außer Acht lässt.
Für mich waren die Felsen der Human Rocks
Höhepunkt des Tagesausflugs.
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