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Teneriffa - Trekkingtour im Dezember 2007 - ins Teno-Gebirge, durch die Masca-Schlucht, über den Teide, bis ins Anaga-Gebirge - ein Gastbericht


Der Inhalt dieser Seiten und die Fotos stammen von Klaus Teuchert (alle Rechte vorbehalten). Der Betreiber der Website www.4FunWeb.de ist nicht für den Inhalt verantwortlich. Anfrage, Hinweise, Meinungen bitte senden an diese Email-Adresse. Den kompletten Bericht gibt es als PDF-Datei zum Download. Nachfolgend ein kleiner Ausschnitt - die Besteigung des Teide:

09.12.2007 8.00 Uhr laufe ich hinunter in das wüstenartige Tal Cañada de los Visitantes im Parque Nacional del Teide und den hier mit Nr. 1 beschilderten Weg vorbei an einigen Felsgebilden in einer Stunde nach El Portillo zum Besucherzentrum ICONA (2083 m). Dort ist es aber nicht möglich ein Bett in der Hütte am Gipfel zu reservieren, auch wäre die für Notfälle immer offene Notunterkunft geschlossen. Ich bekomme die Telefonnummer der Hütte, rufe später vom 100 m entfernt liegenden Restaurant an der Straße an, es meldet sich nur ein spanischer Anrufbeantworter. Ich genieße trotzdem mein Frühstück, werde die heutige Königsetappe eben ohne Sicherheiten machen.

Lasse mir vom Wirt meine beiden Trinkflaschen füllen und marschiere los den Weg 57 (hier Nr. 6) Richtung Montana Blanca. Er führt allmählich ansteigend durch beige Bimssandflächen. Der Teideginster blüht leider nur im Mai dunkelrot, auch andere Blumen sind jetzt nur sehr spärlich zu sehen, in der Natur fast keine. Es ist wolkenlos und sehr warm, nur unterhalb von 1300 m steckt alles in dicken Wolken. Die Wege am Teide sind gut ausgebaut, nummeriert und beschildert, ein Verlaufen nicht möglich. Zumindest nicht bei gutem Wetter. Wege verlassen ist nicht gestattet. In 2530 m Höhe treffe ich auf einen Fahrweg (hier Nr. 7), der nur für Fahrzeuge des Naturparks zugelassen ist. Er führt in Schleifen hinauf zu den sogenannten Huevos del Teide, den Teide-Eiern, schwarzen bis 5 m hohen Lavakugeln, die beim Vulkanausbruch bis hierher geschleudert wurden. Die Piste endet am Aufstiegspfad zur Hütte und zum Teide kurz vor dem Aussichtspunkt Montana Blanca (2748 m).

Der Rundblick von hier oben ist gewaltig, ich schaue in die riesige, 16 km durchmessende Caldera um den Teide mit den Bergkämmen am Rand, der Montana de Guajara ist einer der spektakulärsten hier. Man sieht auch die Höhenstraße und das Nobelhotel Parador, die vielen Autos auf den Parkplätzen glitzern in der Sonne. Ich aber steige jetzt den ausgeschilderten, gut erkennbaren Weg im ockerfarbenen Steilhang hoch zur Hütte Refugio Altavista in 3260 m Höhe. Auf meine Frage nach dem Nächtigen im Freien zeigt der Wirt auf die Kameras, die rings am Haus angebracht sind, sowie auf das verschlossenen Nebengebäude, es wäre nicht erlaubt, außerhalb der Berghütte zu übernachten.

Da noch genug Zeit bis zum Sonnenuntergang für die restlichen 460 Höhenmeter zum Gipfel bleibt, beschließe ich, heute Abend noch den Teide zu erklimmen. Meinen Rucksack kann ich vor der Eingangstür stehen lassen. Angezogen mit Mütze, Handschuhen, Wetterjacke, behängt mit Fotoausrüstung, Fernglas und Stirnlampe erreiche ich in 3525 m den Mirador de la Fortaleza direkt unterhalb des letzten Aufschwungs. Ich folge drei Spaniern auf dem Weg zum Gipfel. Es wird nicht kontrolliert. Die Höhe macht sich beim Aufstieg stark bemerkbar, man kann nur langsamer als üblich laufen, um nicht zu sehr außer Atem zu kommen. Von der Refugio brauche ich 1,5 Std. bis zum Gipfel. Als ich ihn erreiche, steigen die Drei schon wieder ab, sie müssen noch bis ganz unten zur Höhenstraße zurück, sagen sie, na denn viel Spaß im Dunkeln. Ich stehe jetzt auf dem El Teide, dem höchsten Berg Teneriffas und Spaniens auf 3718 m Höhe. Ein überwältigendes Gefühl.

Viel Platz ist nicht hier oben, der Gipfel besteht aus einigen Felsspitzen, die sich ringförmig um eine kleine Caldera ziehen. Aus vielen Löchern dampft es und es riecht streng nach Schwefel. Der Wind bläst zwar ganz schön, aber es ist nicht zu kalt. Die Sonne am wolkenlosen Himmel ist kurz vorm Untergehen im Meer, das rings um die Insel in dicke Wolken gehüllt ist. Ein Franzose in kurzen Hosen wartet auch auf den großen Moment. Wir genießen den beinahe unendlichen Ausblick auf die Inselwelt der Kanaren. Der Fotoapparat ist bereit und 18 Uhr 15 ist es soweit, die Sonne versinkt im Meer genau hinter den Wolken von La Gomera. Dahinter El Hierro, rechts La Palma, auf der anderen Seite Grand Canaria.

Der Teideschatten wächst schnell über das Anaga-Gebirge bis weit ins Meer hinaus. Abstieg zu zweit auf der normalen gepflasterten Route hinunter zur Bergstation der Schwebebahn vorbei am Mirador Fortaleza und runter zum Refugio, in 45 Minuten erreichen wir im Schnellschritt, zuletzt in völliger Dunkelheit mit der Stirnlampe unsere Hütte. Ich trage meinen abgestellten Rucksack nach drinnen, es ist wohlig warm in Aufenthaltsraum und Küche, drücke dem Hüttenwirt noch die 20 € in die Hand, bekomme eine Quittung und kann mir ein Bett aussuchen im 14-Bett-Zimmer....

Die Betten und vor allem die leichten weichen warmen Daunensteppdecken sind kuschelig, trotzdem kann ich lange nicht einschlafen, das Herz klopft wie verrückt in dieser Höhe.

Wanderung: + 1865 m / - 725 m in 10 Std. ( mit 2 Std. Pause)


Schöne Eindrücke der Tour vermitteln die Bilder der beiden Diashows.