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Nonnensteig - ein schöner Klettersteig bei Jonsdorf im Zittauer Gebirge (aktualisiert 2011)


Das Zittauer Gebirge liegt im äußersten Südosten Sachsens. Der Nonnenfelsen befindet sich im Kurort Jonsdorf. Mit dem Auto fährt man am besten bis Bautzen (Autobahn A4) und dann über die B6 bis Löbau und die B178 bis Zittau. In Zittau folgt man der Beschilderung Zittauer Gebirge und danach Jonsdorf (Übersichtskarte). Von Zittau kommend erfolgt in Jonsdorf die Weiterfahrt immer der Hauptstraße entlang Richtung Waltersdorf bis zum Parkplatz am Hotel Gondelfahrt. Wenige hundert Meter hinter dem Hotel steht der Nonnenfelsen (Bild 1), den man linker Hand umgeht. Der Einstieg des Klettersteiges befindet sich auf der Südostseite des Nonnenfelsens.

Der Klettersteig darf nur begangen werden, wenn die Einstiegsleiter nicht hochgeklappt ist. In den Wintermonaten bleibt der Klettersteig in der Regel gesperrt, meist sogar bis zum 30. April. Auf dem Hinweisschild am Einstieg (Bild 2) wird die Länge des Klettersteigs mit 350 m, die zu bewältigende Höhe mit 60 Meter und die Gehzeit mit 30 Minuten angegeben. Die Einstufung als schwierig wird von den meisten Klettersteigportalen im Internet nicht geteilt. Eher wird er als „mittel“ oder „mäßig schwierig“ eingestuft. Das Klettersteigset sollte man aber auf alle Fälle anlegen und Spaß macht die Begehung auch auf jeden Fall, egal in welche Schwierigkeitsstufe man den Steig einordnet.

Die Einstiegsleiter (Bild 3) ist schnell bewältigt und wir gelangen nach einer ganz kurzen Querung zu einer leicht überhängenden Rinne (Bild 4), die schon als erste kleine Schlüsselstelle angesehen werden kann. Wie bei den meisten Klettersteigen üblich, wird schon ganz am Anfang getestet, ob der Aufsteigende für das Kommende gerüstet ist. Wer hier schon ernste Probleme bekommt, sollte es nicht erzwingen. Später kommen wir noch zu einem richtigen Überhang. Beim Aufstieg durch die Rinne helfen uns Trittstifte/Eisen. Wir steigen jetzt in einem leicht gestuften Gelände weiter und queren unter einem kleinen Überhang (Bild 5). Vor der Querung haben wir schon das erste Mal ordentlich „Luft“ unter uns. Trittstifte helfen uns, den nächsten Absatz zu erreichen (Bild 6). In einem leichten Linksbogen erreichen wir einen Felsabsatz (Bild 7). Dieses Stück ist schon ziemlich ausgesetzt. Vor dem Aufstieg zum Felsabsatz sieht man bereits von unten die Hängebrücke, die bald auf uns wartet (Bild 8). Die 1994 erbaute hölzerne Hängebrücke wurde nach 2005 durch eine Aluminiumbrücke ersetzt. Die Brücke sollte aus Sicherheitsgründen nur einzeln begangen werden. Der Abstand zwischen den Streben ist recht groß, bei Feuchtigkeit (nach Regen) ist erhöhte Vorsicht geboten (Bild 9). An beiden Seiten der Brücke sind Stahlseile angebracht, damit man das Klettersteigset bei Bedarf beidseitig einhängen kann.

Direkt hinter der Hängebrücke geht es am glatten Felsen nach oben. Da hier kaum Griffe im Felsen vorhanden sind, helfen uns einige Stahlstifte beim Aufstieg (Bild 10). Wir steigen über einige Absätze durch weniger schwieriges Gelände weiter auf und erreichen ein kleines Plateau. Der Pfad führt jetzt ohne Sicherungsmöglichkeiten zu einer Steilstufe (Bild 11) und noch ein Stück weiter relativ steil nach oben (Bild 12). In diesem Abschnitt gibt es gute Tritte im Fels und das straff gespannte Stahlseil bietet mit eingehängtem Klettersteigset das nötige Maß an Sicherheit. Jetzt geht es der ersten Schlüsselstelle entgegen. Auf einem schmalen Felsband queren wir in luftiger Höhe (Bild 13 und Bild 14). Am Ende des Bandes müssen wir den leicht überhängenden Felsen in einem Rechtsbogen umklettern. Spätestens hier wissen wir, weshalb wir ein Klettersteigset umgelegt haben (Bild 15). Wir erreichen eine flache Rinne und steigen zu einem der Grattürme des Nonnenfelsens aus, der einen Teil der Silhouette des Massivs bildet. Auf der erstiegenen Terrasse können wir kurz verschnaufen und die Aussicht genießen (Bild 16). Auf dem eben erstiegenen kleinen Plateau steht ein bekannter Kletterfelsen, die Barbarine. Unter dieser queren wir nun nach rechts und steigen auf  (Bild 17). Das Bild sieht etwas spektakulärer aus, als es in Wirklichkeit ist.

Die eigentliche Schlüsselstelle folgt nämlich erst jetzt. Im Gegensatz zum vorhergehenden Bild zeigt Bild 18 die Schwierigkeit des Überhangs nicht richtig. Leider konnte ich an dieser Stelle keinen Platz für ein ordentliches Foto finden. Deshalb noch eine Zoom-Aufnahme aus dem Tal, die den Überhang von der Seite zeigt (Bild 19 aus dem Jahr 2005). Der Überhang kurz vor dem Gipfelausstieg erfordert schon etwas Armkraft. Leider sind die Tritthilfen (Stahlbügel) sehr unglücklich in großem Abstand zum Sicherungsseil gesetzt. Ähnlichem begegnen wir leider auch am Alpinen Grat. Nur mit Mühe kann man während des Aufstiegs das Klettersteigset umhängen. Ich habe - ehrlich gesagt - ganz auf das Einhängen verzichtet. Nach Überwinden des Überhangs kommt noch eine kleine Querung in der Felswand (Bild 20) und schließlich der Gipfelausstieg (Bild 21). Die Gipfelrast (Bild 22) kann man mit einem Eintrag ins Gipfelbuch beginnen oder abschließen, ganz nach eigenem Ermessen. Vom Gipfel bietet sich eine grandiose Sicht über den Nonnenfelsen und nach Jonsdorf (Bild 23). Wer glaubt, es nun geschafft zu haben, wird nach der Gipfelrast eines Besseren belehrt. Wir müssen schließlich wieder nach unten. Auch wenn der Weg nicht weit ist, er ist dafür steil. Zunächst müssen wir eine kleine Kluft überwinden und stehen dann vor einer senkrechten Wand, die uns zum Aussichtspunkt des Wanderweges über den Nonnenfelsen herabführt. Also das Klettersteigset eingehängt und nach unten abgestiegen (Bild 24). Unten angekommen, blicken wir noch einmal respektvoll nach oben (Bild 25), legen unser Klettersteigset ab und gehen den Weg durch die kleine Felsengasse (Bild 26) zurück nach Jonsdorf oder kehren zuvor noch im Gasthof auf dem Nonnenfelsen ein. Hier gibt es übrigens einen Aussichtspunkt, der sogar noch etwas über dem Klettersteiggipfel liegt. Man schaut also nach unten auf das Gipfelbuch, in das wir uns kurz zuvor eingetragen haben.

Ein Bild zum Massiv des Nonnenfelsens soll den kleinen Bericht abschließen. Seit Oktober 2009 ist auch ein neuer Videoclip online, jetzt handeln die Personen odnungsgemäß mit Kettersteigset. Einen Kurzbericht und Bilder unserer ersten Begehung aus dem Jahr 2005 gibt es hier...  und
aktuelle Bilder aus dem Jahr 2011 mit 'Balance' als neuem Ausstieg hier...
 

  Bilder als Diashow:
                                                                                   
                                    
Bilder 1 - 12                                                                          Bilder 13 - 24